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Reporter-ohne-Grenzen-Präsidentin Rubina Möhring verstorben

Die langjährige Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich (ROG), Rubina Möhring, ist tot. Sie ist am gestrigen Mittwoch im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben, wie die Organisation mitteilte. Die Publizistin stand der Österreichsektion von Reporter ohne Grenzen seit 2001 vor und hat in dieser Zeit auch den Press Freedom Award initiiert, der Journalisten sichtbar machen soll, die sich aktiv für demokratische Werte einsetzen und deren Fehlen aufdecken.

ROG-Präsidentin Rubina Möhring wurde 71 Jahre alt. SN/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUT
ROG-Präsidentin Rubina Möhring wurde 71 Jahre alt.

Geboren wurde Rubina Möhring am 10. März 1950 in Berlin. Sie studierte Geschichte, Soziologie und Germanistik in Wien, Freiburg, Genf und Istanbul. Noch während des Studiums begann sie ihre journalistische Laufbahn bei der Tageszeitung "Die Presse". Danach wechselte sie in den ORF, wo sie bis 2010 für unterschiedlichste Formate tätig war, zuletzt unter anderem als Leiterin der Bereiche Kultur und Wissenschaft bei 3sat.

Ab 1999 übte sie ein wissenschaftliche Tätigkeit als Universitätslektorin an den Universitäten Innsbruck und Wien sowie an der Donauuniversität Krems als Patin des zweijährigen post graduate Rubina-Möhring-Lehrgangs "Qualitätsjournalismus" aus. Sie betätigte sich zudem als Autorin. Zu ihren Publikationen gehören u.a. "Österreich allein zuhause - Politik, Medien und Justiz nach der politischen Wende" sowie "Die Asylfalle - Wie Österreich mit seiner Flüchtlingspolitik scheitert".

2014 wurde sie mit dem Concordia-Preis in der Kategorie Presse- und Informationsfreiheit ausgezeichnet. Wie der Presseclub Concordia damals mitteilte, habe Möhring "unermüdlich gegen jegliche Einschränkung der Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit" gekämpft und sich als "leidenschaftliche Anwältin" von Journalisten bewährt. 2016 erhielt sie das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

"Rubina Möhring hat sich nie gescheut, ihre fundierte Kritik sehr klar öffentlich zu artikulieren. Das war gewiss auch ein Grund, warum Rubina viele für die Mitarbeit bei Reporter ohne Grenzen leicht gewinnen konnte", reagierte ROG-Vizepräsident Erhard Stackl. Die Pressefreiheits-NGO will "die von Rubina Möhring hierzulande mit Gleichgesinnten entzündeten Flammen für die Freiheit des Journalismus kräftig am Lodern" halten.

"Wir verlieren mit ihr eine aktive Vorkämpferin für Presse- und Medienfreiheit und Transparenz. Mein Mitgefühl und mein Beileid gilt nun ihren Angehörigen", reagierte SPÖ-Mediensprecher Jörg Leichtfried auf den Tod Möhrings. Auch NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter zollte der langjährigen ROG-Präsidentin Respekt: "Mit ihr verlieren wir eine über die Maßen engagierte Kämpferin für Presse- und Medienfreiheit. In Zeiten, wo einerseits die unabhängige, freie und kritische Berichterstattung weltweit wohl wichtiger denn je ist, andererseits jedoch die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten immer mehr unter Druck gerät, wird die Tatkraft und das Engagement von Rubina Möhring besonders schmerzlich fehlen."

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