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Rudolf Renger tritt Professur für Journalistik an: "Journalismus wird sich immer anpassen"

Rudolf Renger SN/uni salzburg/patrick daxenbichler
Rudolf Renger

Eigentlich ist die einzige Journalistik-Professur an der Uni Salzburg bereits seit 2017 besetzt. Doch erst mit der Antrittsvorlesung am Dienstagabend hat Rudolf Renger auch die letzte Formalhürde genommen. Der 61-Jährige ist seit 33 Jahren im Universitätsdienst. In seiner Antrittsrede sprach der Salzburger über die "Transformationen des Journalismus und der Journalismusforschung".

In rund 40 Jahren in der Kommunikationswissenschaft und der journalistischen Praxis - er war etwa freier Mitarbeiter beim "Salzburger Tagblatt" - hat Renger einige Umschwünge in der Branche miterlebt. Von der Professionalisierung und Spezialisierung des Journalismus bis hin zur Digitalisierungswelle. "Journalismus wird nie eine verknöcherte Hülse sein, die immer gleich bleibt", sagt Renger. Vielmehr werde sich der Journalismus stets verändern - "und an die jeweilige Zeit anpassen".

Doch der Kommunikationswissenschafter, der 2022 in Pension gehen wird, macht sich auch Sorgen um die Branche. Und das auf gleich mehreren Ebenen. "Offensichtlich ist Journalismus vielen nicht mehr so viel wert, um ihn voll auszufinanzieren", sagt Renger. Vielmehr gehe mancher Medienmacher nur noch nach Gewinnzahlen. Dies sei zwar aus ökonomischer Sicht verständlich. Aber Renger ist überzeugt, dass auch qualitätsjournalistische Angebote ein Geschäftsmodell sein können. Dafür müsse man die redaktionellen Standards hochhalten: "Journalismus ist ein geistiges Artefakt. Und das braucht gewissen Raum für Kreativität." Doch in Zeiten von digitalen Medienumgebungen und "Hochgeschwindigkeitsschreibdruck" gehe eben das verloren. Die Recherche leide und die Vielfalt an Textformen nehme ab.

Die Rolle der Ausbildung

Dagegen müsse ebenso in der Journalistenausbildung angekämpft werden. Doch kann dabei die Journalistik-Abteilung an der KoWi Salzburg helfen? Schließlich haben viele publizistische Studiengänge nicht zum Ziel, für die Berufspraxis auszubilden. Seine Abteilung solle zur "guten Berufsorientierung" dienen, beschreibt Renger. Das aktuelle Curriculum sei wieder praxisorientierter. Es gebe etwa Kooperation mit dem ORF oder auch den "Salzburger Nachrichten": In der Lehrveranstaltung "Print- und Onlinejournalismus" gestalten Studenten das "Uni-Magazin" der SN. Dennoch rät Renger, das KoWi-Studium - freilich am besten mit Schwerpunkt Journalistik - als Grundlage zu sehen. Die gemeinsam mit Volontariaten und Zusatzkursen "in Summe ein wunderbares Starter-Paket ergibt".

Neben Renger hielt noch Christoph Kühberger seine Antrittsvorlesung für die Professur in Geschichts- und Politikdidaktik.

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