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Rupert Murdoch: Der Medienzar auf dem Zenit seiner Macht

Rupert Murdoch soll die Trump-Wahl und den Brexit geebnet haben. Nun ist Trump von ihm abhängig. Und der Medienmogul weiß das zu nutzen.

Der Besitzer von Fox News und „Times“, Rupert Murdoch (86). SN/APA/AFP/JEWEL SAMAD
Der Besitzer von Fox News und „Times“, Rupert Murdoch (86).

Als Rupert Murdoch seinen US-amerikanischen TV-Sender Fox News 1996 von der Leine ließ, wurde das Projekt von neutralen Beobachtern eher belächelt. Fox News war so konservativ, dass es wie rechtsorientierte Politsatire daherkam - zu quittieren mit einem Lächeln, mit Kopfschütteln allenfalls. Einseitiger als ein Wahlwerbespot für die Republikaner, von der Realität weit entfernt. Keinesfalls jedoch ernst zu nehmen.

Murdoch und sein mittlerweile wegen sexistischen Umgangs mit Moderatorinnen geschasster Partner Roger Ailes zogen ihre Linie durch. 20 Jahre später sieht die Welt anders aus. Die blondierten Haare der Moderatorinnen sind noch blonder geworden, die Studioausstattung noch steriler - und die Thesen noch steiler. Fox News ist mit großem Abstand der meistgesehene Nachrichtensender der USA. Und Rupert Murdoch hat mit der Rolle des Steigbügelhalters für Donald Trump das Schicksal des Senders definiert. Ihm gelang dabei die Umkehr von Wahrheit. Der "Fake News" - laut Kritikern das Geschäftsmodell von Fox News - werden heute andere bezichtigt.

Zielgruppe: 68 Jahre, ländlich

Fox News sendet in den sechs zuschauerträchtigsten Stunden eines jeden Tages Nachrichten - absolut reingewaschen von jeder Kritik am Präsidenten. 40 Prozent aller Wähler von Donald Trump nutzen als Hauptinformationsquelle Fox News. Wissenschaftliche Studien zeigen immer wieder, wie viele Falschmeldungen der Sender verbreitet. Die Zuschauer, in den Abendstunden im Durchschnitt 68 Jahre alt und meist vom Land, stört das nicht. Sie lassen sich polarisieren. "Man kann es fast eine selbst auferlegte Gehirnwäsche nennen", sagt der Historiker Bruce Bartlett, der 2015 eine Studie zum Einfluss von Fox News vorgelegt hat. Und Trump dankt herzlichst: Fox News bekam im ersten Jahr seiner Präsidentschaft mehr Interviews als alle anderen Medien zusammen; CNN bekam gar keines.

Rupert Murdoch greift über die Unternehmen seines Medienimperiums 21st Century Fox seit vielen Jahren in die Politik ein - weltweit. Britische Premierminister machen schon fast traditionelle "Antrittsbesuche" bei Murdoch. Tony Blair ist sogar Patenonkel von Murdochs Tochter. Die Medienmacht des inzwischen 86 Jahre Moguls ist auch in Australien, wo Murdoch geboren wurde, allgegenwärtig.

Ist es Zufall, dass mit dem Brexit in Großbritannien und der Wahl Trumps zum US-Präsidenten die politisch weitreichendsten Verwerfungen des Westens in Ländern stattfanden, in denen Murdochs Medien einen großen Einfluss auf die öffentliche Meinung nehmen? Steckt gar eine Strategie dahinter? In Großbritannien haben Murdoch-Zeitungen wie die "Sun" mit gezielten Falschinformationen jahrzehntelang Stimmung gegen Brüssel gemacht. Warum schickte die Londoner Murdoch-Zeitung "The Times" eigentlich den Brexit-Politiker und britischen Umweltminister Michael Gove als Journalisten nach New York, um Trump zu interviewen? Und warum war bei diesem Interview kein geringerer als Rupert Murdoch persönlich im Raum, wie die "Financial Times" herausfand? Die Antwort gibt offiziell niemand. Es ist jedoch schwer, dahinter kein System zu vermuten.

Trump und Murdoch telefonieren regelmäßig

Murdoch und Trump sollen US-Medienberichten zufolge in regelmäßigem Telefonkontakt stehen. In einem Fall twitterte Trump schon über Inhalte von Fox-Sendungen, bevor diese überhaupt ausgestrahlt waren. In den Gesprächen ging es, so vermuten Kritiker, aber nicht nur um Nachrichten. Sondern wohl auch um die Zukunft des US-Nachrichtensenders CNN. Murdoch soll Interesse am Kauf des Trump-kritischen Netzwerks angemeldet haben - allen kartellrechtlichen Hindernissen zum Trotz. CNN könnte frei werden, sollte es zu der Elefantenhochzeit zwischen Telekommunikationskonzern AT&T und CNN-Eigner Time Warner kommen. Details sind aber noch nicht bekannt.

Parallel wurde Murdoch selbst zum Übernahmekandidaten: In den vergangenen Tagen wurden Verkaufsgespräche der von Murdochs Söhnen Lachlan und James geführten 21st Century Fox mit Disney öffentlich. Sie verliefen aber im Sande. Im Gegenteil: "Wir sind groß genug, um unsere aggressive Wachstumsstrategie zu verfolgen", sagte Lachlan Murdoch erst diese Woche. Die Macht der Murdoch-Familie scheint größer als je zuvor.

Quelle: SN, Dpa

Aufgerufen am 15.12.2018 um 04:22 auf https://www.sn.at/panorama/medien/rupert-murdoch-der-medienzar-auf-dem-zenit-seiner-macht-20618740

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