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Salzburger Start-ups im Silicon Valley: Das Finale bei Google

Für die "smartup"-Gewinner 2016 war der Freitag der letzte offizielle Tag ihres US-Trips. Zum Abschluss stand ein Termin bei einem der weltgrößten Unternehmen auf dem Plan. Und der Besuch hinterließ Spuren - bei den Start-ups, aber wohl auch bei Google.

Nein, Aufbruchsstimmung oder gar Abschiedsmelancholie wollte noch nicht so recht aufkommen. Aber auch kein Wunder: Ein Großteil jener Salzburger Start-up-Delegation, die dieser Woche nach San Francisco reisen durfte, bleibt noch bis kommenden Montag an der US-Westküste. Doch mit dem gestrigen Freitag endete zumindest der durchgeplante Teil der Reise. Und der letzte Aufgalopp hatte es noch in sich. Die Gruppe um die "smartup"-Gewinner 2016 war zu einem Termin bei jenem IT-Riesen geladen, der das Hightech-Tal so stark prägt wie kein anderes Unternehmen: Für die Salzburger Start-ups MMI und Coati stand ein Termin bei Google auf den Plan - und zwar keine Besichtigung, sondern ein Geschäftstermin. Eberhard Gräther von Coati durfte seine Technologie einem Entwicklerteam präsentieren. Und neuerlich konnte die Hilfssoftware für Programmierer punkten. Ein Google-Teamleiter kündigte sogar an, Coati offiziell testen zu wollen.

Doch auch unabhängig vom persönlichen Erfolg konnte der Trip zu Google beeindrucken. "Man denkt, man fährt zu einem riesigen Gebäude. In Wirklichkeit ist das eine kleine Stadt", sagt Andreas Ruprecht von MMI. Der Google-Campus umfasst unter anderem einen Sportplatz, drei Wäschereien und zwei Schwimmbäder. Mehr als 8000 Mitarbeiter arbeiten auf dem rund 185.000 Quadratmeter großen Gelände, das übrigens vor der Umwidmung und dem späteren Kauf von Google ein Arbeitslager für Strafgefangene war.

Ob auch Coati oder MMI einmal ein Riese wie Google werden können? Darauf will sich der Organisator der Reise, Andreas Spechtler, nicht festlegen. Nach der Reise ins Silicon Valley steht für den Investor aber endgültig fest, dass er mit seinem Start-up-Akzelerator Silicon Castles den Jungunternehmen weiterhin zur Seite stehen will. In welcher Form stehe noch nicht fest. "Es gab schon interessante Gespräche - und es werden mit Sicherheit einige folgen", sagt Spechtler. Und er ergänzt: "Ich bin sehr stolz, wie sich die Start-ups geschlagen haben. Beide Ideen sind global salonfähig. Jetzt geht es um die Umsetzung."

Auch bei den Jungunternehmern selbst fiel das Resümee durchwegs positiv aus. "Es war eine wirklich spannende Reise, auf der wir vor allem interessante Persönlichkeiten kennenlernen durften", beschreibt Andreas Ruprecht. Von diesen neuen Kontakten habe man Anregungen bekommen, die über die eigene Geschäftsidee hinausgehen. Sein Geschäftspartner Thomas Gschwandtner schlägt in eine ähnliche Kerbe: "Es war eine tolle Reise in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten." Es sei breit bestätigt worden, dass die Idee von MMI - eine unabhängige Einkaufsgemeinschaft für Ärzte - in den USA funktionieren könne. Besonders spannend sei, dass einer der wichtigsten neuen Kontakte Authentic Vision ist, ein Unternehmen mit Sitz in Salzburg. "Ab und an muss man halt 10.000 Kilometer fliegen um jemand aus der eigenen Stadt zu treffen", ergänzt Gschwandtner mit einem Augenzwinkern.

Auch für den zweiten "smartup"-Sieger, Coati, war der Trip zielführend. "Es war sehr spannend zu sehen, auf was Silicon-Valley-Investoren achten. Das wird uns für zukünftige Präsentationen viel bringen", sagt Gründer Eberhard Gräther. Bevor es für Coati am Montag nach Hause geht, steht zuvor unter anderem ein Treffen mit einem ehemaligen Studienkollegen von der FH Salzburg an, der mittlerweile selbst bei Google arbeitet. Nach der Rückkehr geht es für Coati und MMI schließlich darum, den Schwing aus den Tagen im Silicon Valley mitzunehmen, wie Gräther bestätigt: "Wir sind selbst gespannt, was sich aus den Erfahrungen und den Kontakten der Reise machen lässt."

Aufgerufen am 20.11.2018 um 09:20 auf https://www.sn.at/panorama/medien/salzburger-start-ups-im-silicon-valley-das-finale-bei-google-872335

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