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Salzburger Start-ups im Silicon Valley: Die "smartup"-Sieger sind gelandet

Zwei Salzburger Unternehmen versuchen sich eine Woche lang im Silicon Valley - und bewerben sich um eine Finanzspritze amerikanischer Investoren. Die SN begleiten die Sieger des Start-up-Events "smartup" bei ihrem Trip an die amerikanische Westküste. Ein Trip zwischen Google, Stanford und einem Nasenbär.

Thomas Gschwandtner war erst vor kurzem in San Francisco, einige Monate zuvor in New York. Das Fliegen ist er gewöhnt. Und dennoch war die Reise zehrend: "Man unterschätzt die Distanz - vor allem zwischen Ost- und Westküste. Man muss halt doch nochmal über den gesamten Kontinent." Gschwandtner ist neben Andreas Ruprecht einer von zwei Geschäftsführer von MMI, einer Einkaufsgemeinschaft für niedergelassene Ärzte. Gemeinsam mit Eberhard Gräther und Manuel Dobusch von Coati, einer Programmierhilfe, die Zusammenhänge in Codes aufspürt, haben sie sich diesen Sommer beim ersten "smartup"-Pitch durchgesetzt. Bei "smartup" hielten die "Salzburger Nachrichten" Ausschau nach Salzburgs innovativsten Jungunternehmern. Den Siegern winkte eine Reise in das Epizentrum des unternehmerischen Entwicklertums, in das mittlerweile schon legendäre Silicon Valley. Und eben jener Trip startete am gestrigen Montag.

15 Stunden war die kleine Salzburg-Delegation unterwegs, bevor sie ihr Ziel erreicht hatte. Von Salzburg ging es über Frankfurt nach San Francisco, der 800.000-Einwohner-Stadt direkt am Golden Gate, jenem Atlantikzugang, dem die weltberühmte Brücke ihren Namen verdankt. Das Silicon Valley liegt im südlichen Teil der San Francisco Bay Area, der Metropolregion um die Großstadt. Die an sich unscheinbare Gegend wurde ab 1956 durch die Produktion von Silicium-Transistoren groß. Aus einem ersten Unternehmen, dem Shockley Semiconductor Laboratory, entstanden nach und nach immer mehr auf Hightech spezialisierte Firmen. Wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Region hatte auch die nahegelegene Elite-Uni Stanford. Ihr ehemaliger Dekan Frederick Terman wollte Absolventen dazu bringen, sich im Umkreis der Hochschule anzusiedeln. Mittlerweile sitzen beinahe sämtliche "Teenage Giants" im Silicon Valley, jene jungen IT-Riesen, die die Welt nachhaltig prägen sollten.

Dort wohin es Google, Apple, Facebook, Amazon oder Tesla bereits geschafft haben, wollen nun MMI und Coati hin. Dabei geht es den jungen Salzburgern gar nicht so sehr um die Region: "Ich würde mir wünschen, von Salzburg aus erfolgreich zu sein. Mir liegt die österreichische Lebensweise mehr als die amerikanische", sagt Eberhard Gräther von Coati. "Aber vor allem in unserem Bereich sitzen die großen Vorbilder nun mal hier." Gräther weiß von was er spricht. Der 26-jährige Pongauer hat bereits im Silicon Valley gearbeitet - 2012 war er als Praktikant für Google tätig. Es sei eine prägende Erfahrung gewesen, vor allem für einen damals 22-Jährigen. "Es war wirklich spannend zu sehen, wie die Weltbesten arbeiten. Freilich, auch sie kochen nur mit Wasser. Aber allein die Infrastruktur dahinter ist beeindruckend." Im Gedächtnis ist Gräther geblieben, wie stark sich Google um seine Mitarbeiter kümmert: Ihm sei eine eigene Wohnung, ein Shuttle-Service und Vollverpflegung organisiert worden. "Eine der Google-Leitlinien ist, dass jeder Arbeitsplatz maximal 50 Meter von einer Küche entfernt sein muss."

Andreas Spechtler will alles dafür tun, dass auch der gegenwärtige Silicon-Valley-Trip für Eberhard Gräther und die anderen Teilnehmer ähnlich aufregend wird. Spechtler ist Präsident von Dolby International, dem globalen Arm von Audio-Pionier Dolby. Gleichzeitig hat sich der gebürtige Salzburger Start-ups verschrieben. Über seinen eigenen Akzelerator Silicon Castles investiert Spechtler in junge Unternehmen. Der 51-Jährige hat den "smartup"-Trip gemeinsam mit dem Investor Pascal Levensohn (Dolby Family Ventures) und den SN organisiert. Und der erste Abend in San Francisco wurde ebenso von Spechtler gestaltet. Der Investor lud MMI und Coati zu einem Dinner im Amber, einem indischen Lokal in Soma (Southern of Market Street). Bei Curry und Naan wurde der Ablauf der kommenden Tage besprochen. Auf dem Plan stehen neben Treffen mit potenziellen Investoren unter anderem ein Abstecher nach Stanford und ein Treffen mit David Dolby, dem Sohn von Firmengründer Ray Dolby. Die Ziele sind für Spechtler klar definiert: "Viel zu lernen und den Wind um die Golden Gate Bridge mitnehmen."

Die SN wird MMI und Coati auf ihrer Amerika-Reise begleiten: Bis Samstag wird es täglich um 8 Uhr mitteleuropäischer Zeit (23 Uhr in San Francisco) einen Tagesbericht darüber zu lesen geben, wie sich die jungen Salzburger im Silicon Valley schlagen.

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