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Samsung zeigt erstes Smartphone mit faltbarem Bildschirm

Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz hat Samsung erstmals ein faltbares Handy vorgestellt. Das Gerät könnte gleich mehrere Produktkategorien auf den Kopf stellen - denn es ist Smartphone und Tablet in einem.

Schon der Rahmen hatte etwas Zeithistorisches: Im ehrwürdigen Moscone Center in San Francisco, dort wo auch schon Apple, Google und Microsoft Weltneuheiten präsentiert hatten, wagte sich Samsung in der Nacht auf Donnerstag (MEZ) "in eine neue Ära". Zumindest betonte das der koreanische Elektronikriese gleich mehrfach. Und gegen Ende der Eröffnungsvorträge auf der firmeneigenen Developer Conference folgte tatsächlich etwas, das die Branche revolutionieren könnte: Samsung zeigte erstmals öffentlich ein faltbares Smartphone.

Das noch namenlose Gerät mit der neu kreierten Infinity-Flex-Technologie habe die gewohnte Smartphone-Größe, könne aber über einen biegsamen OLED-Bildschirm auf Tablet-Dimensionen (7,3 Zoll bzw. 18,5 Zentimeter) ausgeklappt werden. Und das "Hunderttausende Male", wie Justin Denison, Senior Vice President bei Samsung, sichtlich stolz ankündigte. Parallel sei das Gerät dünner geworden, "als jedes andere Gerät, das wir jemals entwickelt haben".

Die Massenproduktion werde bereits in wenigen Monaten beginnen. Ob es schon bei der alljährlichen Frühjahrspräsentation der S-Reihe vorgestellt wird, ließ Samsung offen. Der Konzern kündigte lediglich an, dort "weitere Neuheiten" um das Projekt vorzustellen.

Realistischer als ein Marktstart im Frühjahr ist wohl, dass Samsung zunächst neue Premium-Modelle vorstellt, bei denen der Bildschirm noch größer wird: Der Notch, der Platz für die Selfie-Kamera auf der Frontseite, dürfte noch schmaler werden - und nur noch einem kleinen V, U oder O gleichen. Auch das kündigte Samsung an. Mehr wollte man dann aber doch nicht verraten. "Man würde mich schlagen, wenn ich heute alles zeige und erzähle", sagte Denison.

Samsung ist nicht das erste Unternehmen, das Bildschirme faltbar macht: Bereits 2008 stellte Nokia ein biegsames Smartphone vor - doch das Gerät funktionierte nicht wirklich. Samsung koreanischer Konkurrent LG stellte Anfang des Jahres den Prototyp eines 65-Zoll-Fernsehers vor, der sich wie Papier ausrollen lässt. Und vor wenigen Tagen kündigte das US-Unternehmen Royole an, ebenfalls ein faltbares Smartphone auf den Markt zu bringen. Das "FlexiPai" ist in China bereits erhältlich, in Europa soll es ab Jänner lieferbar sein. Doch der Vorstoß von Smartphone-Weltmarktführer Samsung hat eine andere Dimension.

Bei der schon seit Längerem erwarteten Präsentation der Infinity-Flex-Technologie gingen die anderen Neuheiten auf der Samsung Developer Conference beinahe unter. Samsung kündigte etwa an, seinen Sprachassistenten Bixby auf mehr Geräten und vor allem in mehr Sprachen ausrollen zu wollen. So soll eine deutschsprachige Version ab Dezember verfügbar sein.

Parallel wurde mit One UI auch eine neue - aufgeräumtere - Benutzeroberfläche für Samsung-Smartphones präsentiert: Der Sperrbildschirm wird zur zentralen Anlaufstelle, die Wege zu Apps, Nachrichten etc. sollen kürzer werden, das Design wurde an die gerundeten Kanten der Smartphones angepasst. Die neue Benutzeroberfläche soll im Jänner 2019 via Update auf Samsungs Spitzenmodellen ausgerollt werden.

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