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Selenskyj-Serie im russischen TV wieder aus dem Programm genommen

Die Russen sollen nun doch nicht mehr im Fernsehen sehen, wie ein Geschichtslehrer Präsident der Ukraine wird.

Ukraines Staatsoberhaupt Wolodymyr Selenskyj SN/APA/HERWIG HÖLLER
Ukraines Staatsoberhaupt Wolodymyr Selenskyj

Der Sender TNT nahm die Serie "Diener des Volkes", in der das jetzige ukrainische Staatsoberhaupt Wolodymyr Selenskyj den Lehrer spielt, nach drei ausgestrahlten Folgen wieder aus dem Programm.

In der Serie kommt er an die Macht und bekämpft die Korruption. Gedreht wurde, bevor der Schauspieler Selenskyj im Frühjahr selbst Präsident wurde. Selenskyj kommentierte die Absetzung in der Nacht auf Freitag im ukrainischen Fernsehen mit Augenzwinkern: Die Serie überhaupt zu zeigen, sei ein "großer Informationsfehler des Senders oder des Teils der Macht gewesen, die die Informationspolitik Russlands bestimmt". Die Menschen könnten sie sich nun auch auf Youtube weiter anschauen. "Die einen haben Atomwaffen, doch die anderen haben 'Diener des Volkes'."

Der Sender teilte der russischen Tageszeitung "Wedomosti" zufolge mit, dass ursprünglich nicht mehr als die ersten drei Folgen gezeigt werden sollten. In der Ankündigung war davon keine Rede gewesen. Vielmehr stellt es TNT als Marketingstrategie dar, um seine Onlineplattform zu bewerben, auf der die Serie jetzt zu sehen sein solle.

Bei Twitter wird die Entscheidung vielfach mit staatlicher Zensur in Zusammenhang gebracht. "Wedomosti" und der BBC zufolge wurde im ersten Teil der Serie auch ein Witz über Putin herausgeschnitten. In den östlichen Regionen Russlands, wo "Diener des Volkes" wegen der verschiedenen Zeitzonen früher ausgestrahlt wurde, war er dagegen zu sehen. Der Kreml wies den Verdacht, sich eingemischt zu haben, der Agentur Ria Nowosti zufolge zurück: "Das hat nichts mit uns zu tun."

Quelle: Apa/Dpa

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