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Snowden: Flüchtlingsfamilie war das beste Versteck

Der US-Whistleblower Edward Snowden hat auf seiner Flucht vor US-Agenten in Hongkong Unterstützung von Flüchtlingen bekommen, die mitunter gar nicht wussten, wer er ist.

Edward Snowden. SN/APA (Archiv/dpa)/Christian Chari
Edward Snowden.

Mit Hilfe des Menschenrechtsanwalts Robert Tibbo war der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter auch bei der von den Philippinen geflohenen Vanessa Rodel untergekommen. Snowden habe sie am Morgen nach der Ankunft in ihrer Unterkunft gebeten, eine englischsprachige Zeitung zu kaufen, erklärte die per Skype zugeschaltete Frau am Mittwochabend auf dem Chaos Communication Congress in Hamburg. "Ich habe gemerkt, dass der Typ bei mir zu Hause der meistgesuchte Mensch der Welt ist." Es sei ein großer Schock gewesen, sie würde aber wieder eine solche Hilfe leisten.

Nachdem Snowden die massive Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA öffentlich gemacht hatte, organisierte Tibbo am 10. Juni 2013 dessen Flucht aus dem "Mira Hotel", während US-Agenten ihn in der chinesischen Sonderverwaltungszone suchten. Der heute 33-Jährige war erst bei einer srilankischen Familie, dann bei Rodel und schließlich bei einem weiteren Flüchtling untergetaucht. Tibbo sagte in Hamburg: "Ich habe viele Mandanten, die Flüchtlinge sind, es machte nur Sinn, ihn dort zu verstecken." Es sei der letzte Ort, wo nach ihm gesucht worden wäre.

Am 23. Juni 2013 flog Snowden weiter nach Moskau, wo er Asyl bekam. Weil er die NSA-Abhöraktionen öffentlich gemacht hatte, droht ihm in den USA eine hohe Strafe.

Quelle: Dpa

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