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Springer will 2019 bestehendes Geschäft mit Investitionen stärken

Axel Springer will 2019 mit Investitionen in das bestehende Geschäft und womöglich auch über Zukäufe wachsen.

Von großen Übernahmen sei derzeit aber keine Rede, sagte Verlagschef Mathias Döpfner am Donnerstagabend in Berlin. Es solle vor allem darum gehen, das bestehende Geschäft zu stärken. "Das können wir finanzieren durch Geld, was wir verdienen."

Wenn sich dann "am Wegesrand" interessante Akquisitionschancen ergeben sollten, könne man darüber reden. Bei größeren Zukäufen könnte man notfalls Kapital aufnehmen oder Börsengänge machen. Döpfner betonte aber: "Im Moment ist das kein Problem - das organische Wachstum, das wir machen wollen, das können wir auf jeden Fall aus den vorhandenen Cashflows machen."

Der Herausgeber von "Bild" und "Welt" setzt zunehmend auf das digitale Geschäft. "Wir müssen jetzt in neue Projekte, aber auch in die Stärkung bestehender Projekte investieren." Geld soll nach Angaben des Managements etwa in den deutschen Ableger des erfolgreichen Wirtschaftsnachrichtenportals Business Insider fließen. Rund drei Jahre nach der Gründung peilt auch die Nachrichtenplattform Upday die Gewinnschwelle an. Man habe die Umsätze 2018 verdreifacht und werde im Gesamtjahr 2019 profitabel sein, sagte Upday-Chef Peter Würtenberger.

Ferner will Springer ab Frühjahr ein gedrucktes Magazin testen. "Bild Politik" soll die wichtigsten Fragen der Woche beantworten - aber nicht in klassischen Ressorts, sondern in den Rubriken "Ärger", "Freude" und "Neugier". Döpfner sprach vor Journalisten von einem "Printmagazin für die Online-Generation".

Der Springer-Chef signalisierte, dass er anders als noch 2005 derzeit wenig Interesse an einer Übernahme von ProSiebenSat.1 habe. Auf die Frage, ob der TV-Konzern nach dem Kursverfall eine Wachstumsmöglichkeit für Springer sei, gab sich Döpfner zurückhaltend. Er bedauere immer noch, dass die Wettbewerbshüter den Deal damals blockiert hätten. "Aus heutiger Sicht ist die Attraktivität, diesen Schritt nochmals zu versuchen, deutlich geringer, weil gerade das lineare Fernsehen natürlich sehr viele strategische Herausforderungen vor sich hat, die das Printgeschäft in Teilen schon hinter sich gebracht hat."

Quelle: Apa/Reuters

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