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Tschechiens einzige kommunistische Tageszeitung stellt Erscheinen ein

Die kommunistische Tageszeitung "Halo noviny" aus Tschechien stellt ihr Erscheinen Ende April nach mehr als 30 Jahren ein. Das habe das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSCM) nach einer "stürmischen Debatte" beschlossen, teilte das Blatt am Montag selbst mit. Die Auflage der "Halo noviny", was übersetzt "Hallo-Zeitung" heißt, war zuletzt auf rund 6.000 Exemplare gesunken.

Die Tageszeitung war eines der Nachfolgeblätter des früheren sozialistischen Parteiorgans "Rude Pravo" (Rotes Recht). Zugleich wurde beschlossen, künftig eine neue Wochenzeitschrift herauszugeben. Das sei eine "Chance, vorwärts zu gehen", hieß es. Manche Kritiker sahen in den "Halo noviny" mit Überschriften wie "In Kuba regiert der Sozialismus weiter" ein linkes Kampfblatt, andere eher eine Kuriosität aus anderen Zeiten.

Bei der letzten Parlamentswahl im Oktober scheiterte die KSCM erstmals an der Fünfprozenthürde und kam nur noch auf 3,6 Prozent der Stimmen. Die 41 Jahre alte Katerina Konecna löste daraufhin Vojtech Filip (67) an der Spitze der Partei ab, die unter anderem für ein Referendum über den Austritt aus der NATO wirbt.

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