Medien

TV-Jahresbilanz 2021: ZDF siegt gesamt, RTL bei den Leuten unter 50

Nicht zuletzt dank der Fußball-EM haben sich in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Kanäle im Fernsehjahr 2021 deutlich verbessert. Die großen Privatsender geben leicht nach.

Mit einem Marktanteil von 14,7 Prozent (plus 1,1) hat sich das ZDF den Jahressieg im deutschen Fernsehen gesichert (1.1. bis 29.12.). Das Zweite wurde das zehnte Mal in Folge als einzelner Sender der Sieger. Die Dritten, die vergangenes Jahr noch gemeinsam das ZDF überflügelt hatten, verloren 0,1 Punkte und landeten mit 13,6 Prozent auf Platz zwei, gefolgt vom Ersten der ARD mit 12,1 Prozent (plus 0,8). Ein gewichtiger Grund für die besseren Werte des Ersten und des ZDF war 2021 die Übertragung der nachgeholten Fußball-EM.

Die führenden Kanäle des Privatfernsehens konnten sich alle knapp behaupten, auch wenn sie im Vergleich zum Vorjahr alle verloren. Inzwischen verteilen sich die Marktanteile auf immer mehr Spartensender, darunter RTLup und Sat.1 Gold. Das sogenannte Hauptprogramm von RTL lag insgesamt mit 7,2 Prozent vor Sat.1 (5,2), Vox (4,5), ProSieben (3,7) und Kabel eins (3,2). Das ZDF punktete nach eigenen Angaben vor allem mit seinen Sendungen rund um die Bundestagswahl. "Auch "Lagerfeuermomente" prägten das Programm, herausragend waren dabei die Übertragung der Fußball-EM, der Olympischen Sommerspiele, fiktionale Serien und "Wetten, dass..?"". Die wiederbelebte Samstagabendshow mit Thomas Gottschalk kam am 6. November auf 14,46 Millionen Zuschauer (45,9 Prozent).

Das Erste punktete mit dem erfolgreichsten Fernsehfilm des Jahres. Der Film mit dem größten Publikum im deutschen TV war der Münster-"Tatort: Rhythm and Love" (WDR), den am 2. Mai 14,371 Millionen sahen (Marktanteil 39,6 Prozent). Die ARD hatte zudem am 29. Juni die mit Abstand meistgesehene Sendung des Jahres im Programm: das EM-Achtelfinale England-Deutschland (2:0) mit 27,49 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern (Marktanteil 76,3 Prozent).

Insgesamt ist im zweiten Corona-Jahr in Deutschland wieder etwas weniger klassisch-linear ferngesehen worden. So betrug die durchschnittliche Sehdauer laut Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) bei den Zuschauern ab drei Jahren pro Tag im Schnitt 213 Minuten, das sind also drei Stunden und 33 Minuten (1.1. bis 29.12.). Die durchschnittliche Sehdauer war 2020 sprunghaft auf 220 Minuten gestiegen (2019: 210 Minuten). Jüngere Menschen (14 bis 49 Jahre) sahen 2021 im Schnitt täglich 121 Minuten fern, also zwei Stunden.

Aufgerufen am 25.05.2022 um 06:45 auf https://www.sn.at/panorama/medien/tv-jahresbilanz-2021-zdf-siegt-gesamt-rtl-bei-den-leuten-unter-50-114767245

Kommentare

Schlagzeilen