Medien

Verlagschefin Jäkel: Medien können von Facebook-Krise profitieren

Für die Werbewirtschaft verliert Facebook nach Einschätzung des Medienunternehmens Gruner + Jahr an Attraktivität. Der Verlag baut darauf, dass Anzeigenkunden wieder zu den klassischen Medien zurückkehren.

 SN/APA/AFP/OLI SCARFF

"Ich spüre, dass ein gewisser Verdruss in der Werbewirtschaft entsteht, die ersten Unternehmen wenden sich ab", sagte Verlagschefin Julia Jäkel der "Süddeutschen Zeitung" (Montag) über Facebook. "Das Pendel war extrem weit ausgeschlagen, ich habe das immer für eine irrationale Überhöhung gehalten", so die Vorsitzende der Geschäftsführung des Hamburger Verlagshauses. "Nun stellen die ersten Werbekunden fest: Es gibt kaum Kontrolle, in welchem Kontext die Anzeigen erscheinen, das Werbeerlebnis ist flüchtig", sagte Jäkel. "Ein wirklich inspirierter Markenaufbau gelingt dort nicht. Das kann so auf Dauer nicht gutgehen." Jäkel kritisierte außerdem die Geschäftspraktiken von Facebook. Das Sammeln privater und intimer Daten sei zum Geschäftszweck geworden. "Das Unternehmen experimentiert, wie einige andere aus dem Silicon Valley auch, sozusagen im Livebetrieb an der Gesellschaft. Das tut niemandem gut."

(Apa/Dpa)

Aufgerufen am 26.04.2018 um 12:03 auf https://www.sn.at/panorama/medien/verlagschefin-jaekel-medien-koennen-von-facebook-krise-profitieren-26755936

Facebook erleichtert Kontrolle über Privatsphäre

Facebook gibt dem Bedürfnis seiner Mitglieder nach einem besseren Schutz der Privatsphäre nach. Künftig kann man das Teilen von Informationen einfacher einschränken. Facebook gibt seinen Mitgliedern mehr …

Meistgelesen

    Video

    US-Richter lässt Sammelklage gegen Facebook zu
    Play

    US-Richter lässt Sammelklage gegen Facebook zu

    Facebook muss sich in den USA einer Sammelklage von Nutzern stellen, die sich durch das automatische Gesichtserkennungsprogramm des Online-…

    Kommentare

    Schlagzeilen