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Warum Serien süchtig machen

Die US-Serie "Game of Thrones" begeistert die Massen. Doch ist es wirklich nur der Dreiklang aus Drachen, Schlachten und Sex, der den Herzschlag der Fans beschleunigt?

Warum Serien süchtig machen SN/warner/hbo
Die Drachenmutter Daenerys Targaryen will auf den eisernen Thron, die Fans fiebern mit.

Ab heute, Freitag, können Fans die sechste Staffel der Fantasy-Serie "Game of Thrones" auf Blu-ray kaufen. Daniel Stein, Professor für Anglistik und Amerikanistik an der Universität Siegen, erklärt, warum so viele süchtig nach dieser Serie sind - und was die "Geheimnisse von Paris" damit zu tun haben.
SN: Die siebte Staffel "Game of Thrones" wird im Sommer ausgestrahlt. Schon jetzt sitzen viele auf Nadeln. Warum?
Stein: Serien begleiten die Zuseher über längere Zeit, die Fans bauen sie in den Alltag ein. Die Folgen erzählen immer nur einen Teil der Geschichte. In der Wartezeit auf die nächste Episode spekulieren die Fans darüber, wie sich die Geschichte entwickeln wird.
SN: Aber das "neue Fernsehen" zeichnet ja aus, dass es verfügbar ist: Jeder Vierte schaut mindestens drei Folgen am Stück, sagt eine Studie.
Ja, das ist ein neues Phänomen. Die Menschen stillen ihre Sucht nach Serien sofort. Dabei geht aber das Gefühl verloren, an etwas Größerem teilzuhaben.
SN: Es ergibt sich das Problem, dass manche Freunde schon eine Folge weiter sind . . .
Die Ungleichzeitigkeit nimmt den Serien etwas von ihrer Kraft. Andererseits macht es die Konsumenten unabhängig: Sie können sich ihr Programm selbst zusammenstellen. Manche simulieren die Wartezeit auch künstlich, sie verabreden sich zum Serien-Schauen.

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