Medien

Werbung: "Ethik und Moral" dominiert die Beschwerden

Der Österreichische Werberat legt die Beschwerdebilanz für 2021 offen. Insgesamt wurden von Konsumentinnen und Konsumenten 413 Beschwerden eingebracht. Den großen "Werbeaufreger" gab es nicht.

Werberat-Präsident Michael Straberger SN/öwr
Werberat-Präsident Michael Straberger

Die Zahl der beim Österreichischen Werberat (ÖWR) eingegangenen Beschwerden ist im abgelaufenen Jahr mit 413 (2020: 411) nahezu gleich geblieben. Erhöht hat sich aber die Zahl der Entscheidungen, sie betrug 258 im Vergleich zu 241 im Jahr 2020. Aber nur in 11 Fällen sprach sich das Werberatsgremium für einen Stopp der von Konsumentinnen und Konsumenten beanstandeten Kampagne aus. "Die geringe Anzahl an Stopp-Entscheidungen ist für uns ein positives Signal für das anhaltende verantwortungsvolle Agieren von Unternehmen", erklärt ÖWR-Präsident Michael Straberger. Erfreulich in diesem Zusammenhang: Bei neun der elf Stopp-Entscheidungen zeigten sich die betroffenen Unternehmen - meist Klein- und Mittelbetriebe - kooperativ, sie haben die Sujets sofort entfernt.

Bei den Beschwerdegründen gab es im vergangenen Jahr mit "Ethik und Moral" (116 Beschwerden) erstmals einen neuen Spitzenreiter. "Ethik und Moral" hat damit "Geschlechterdiskriminierende Werbung" (105 Beschwerden) überholt, auf Platz drei kam "Irreführung und Täuschung" mit insgesamt 59 Beschwerden. Diese Entwicklung verdeutliche eine hohe Sensibilität seitens der Konsumentinnen und Konsumenten, so ÖWR-Geschäftsführerin Andrea Stoidl: "Kommerzielle Kommunikation wird zunehmend bewusster wahrgenommen und entsprechend kritisch betrachtet." Dies sei, so Straberger, auch der überwiegenden Mehrheit der werbetreibenden Unternehmen völlig bewusst. Auch sei die Akzeptanz des Werberates in der Wirtschaft gewachsen, betonte der ÖWR-Präsident. Man habe insbesondere bei den Stopp-Entscheidungen die Durchsetzungskraft bei der Umsetzung massiv erhöhen können. Seit der Novellierung des KommAustria-Gesetzes gibt es die Möglichkeit für strengere Sanktionsmaßnahmen.

Die Anzahl an Sensibilisierungssprüchen hat sich mit 19 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Die meisten Entscheidungen des Werberates wurden - wie auch in den vergangenen Jahren - zu Werbungen im Fernsehen (62) getroffen. Einen enormen Anstieg verzeichnete man diesmal bei Werbungen auf Social Media (35), ebenso viele gab es im Bereich "Plakat/Citylight".

Aufgerufen am 20.05.2022 um 08:00 auf https://www.sn.at/panorama/medien/werbung-ethik-und-moral-dominiert-die-beschwerden-118946047

Kommentare

Schlagzeilen