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Wie Journalisten ausgebildet werden: Studie der Uni Salzburg präsentiert

Das Projektteam des kommunikationswissenschaftlichen Fachbereichs der Uni Salzburg: Rudolf Renger, Studienleiterin Susanne Kirchhoff, Konstantin Schätz und Andreas Röser (von links). SN/hillebrand
Das Projektteam des kommunikationswissenschaftlichen Fachbereichs der Uni Salzburg: Rudolf Renger, Studienleiterin Susanne Kirchhoff, Konstantin Schätz und Andreas Röser (von links).

Der digitale Wandel in der Medienbranche ist auch für die heimischen Journalistenausbilder herausfordernd. Neue Werkzeuge müssten vermittelt werden, ohne die journalistischen Grundlagen zu vernachlässigen. Ein Indikator: Der Kursanteil mit Schwerpunkt Online/Social Media beträgt mittlerweile bis zu 40 Prozent. Dies und noch eine Reihe weiterer Erkenntnisse geht aus einer Studie der Uni Salzburg im Auftrag der KommAustria/RTR hervor, die am Mittwochabend in Wien präsentiert wurde. Der Titel der Erhebung: "Die österreichische Journalistenausbildung im Kontext einer veränderten Berufswelt".

Das Team am Fachbereich Kommunikationswissenschaft um die Projektleiter Susanne Kirchhoff und Rudolf Renger analysierte die Lehrinhalte von 1818 Kursen in 67 Aus- und Weiterbildungsprogrammen von 34 Institutionen (Universitäten, Fachhochschulen sowie nicht-akademische Angebote). Parallel wurden qualitative Interviews mit federführenden Vertretern der Einrichtungen geführt.

In den Gesprächen wurden die besonderen Herausforderungen an die Ausbilder geschildert. Etwa "den Anschluss an technologische Entwicklungen nicht zu verlieren und dabei gute Geschichten zu erzählen". Oder "zusätzliche Kompetenzanforderungen" sowie "veränderte Berufsprofile". Für neue Trends in der Medienbranche müsse man indessen offen sein. Es sei aber auch durchaus legitim, "abzuwarten", ob sich ein Trend wirklich durchsetzt.

Vor allem an den Fachhochschulen gibt es mittlerweile einen "expliziten Fokus auf Online und Social Media", haben die Studienautoren erhoben. Dort macht der Anteil entsprechender Kurse 41,1 Prozent aus. An den Universitäten beträgt er 27,1 Prozent, bei den nicht-akademischen Aus- und Weiterbildungsinstitutionen 25,7 Prozent. Bei den vermittelten Themenbereichen liegt an den FH und nicht-akademischen Ausbildungen der Bereich "Technik/Tools für Bildbearbeitung/Audio-, Video-Schnitt" in Front, an den Universitäten sind "Journalismus-/Medien-/kommunikationswissenschaftliche Theorien" am stärksten vertreten.

Auffällig ist aber auch, dass bestimmte Themen in den Lehrplänen kaum eine Rolle spielen. Darunter Grundlegendes wie Medienethik und Medienökonomie oder Zukunftsträchtiges wie Interaktion mit Nutzern/Lesern.

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