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Wirbel um Servus TV: Rechtsextremer zu Talk geladen

Die Einladung des rechtsextremen Identitären Martin Sellner zum "Talk im Hangar-7" macht Servus TV zu schaffen.

Wirbel um Servus TV: Rechtsextremer zu Talk geladen SN/robert ratzer
Aufregung um den „Talk im Hangar-7“.

Nach der Absage von drei der fünf eingeladenen Gäste diskutiert "Talk im Hangar-7"-Moderator Michael Fleischhacker am Donnerstagabend auf Servus TV mit den verbliebenen beiden Diskussionsteilnehmern, dem rechtsextremen Identitären Martin Sellner und dem Grünen Ex-Bundesrat Efgani Dönmez sowie zwei - noch nicht genannten - Ersatzgästen. Thema sind radikale muslimische Jugendliche. "Die Runde wird zu Efgani Dönmez und Martin Sellner noch um zwei weitere Gäste erweitert", erklärte Servus TV am Donnerstagnachmittag gegenüber der APA. Die Live-Diskussion startet um 22.15 Uhr.

Kenan Güngör, Autor der kürzlich veröffentlichten Wiener Radikalisierungsstudie, der Jugendforscher Winfried Moser sowie Imam Ramazan Demir hatten zuvor mit Verweis auf Sellners rechtsextremistischen Hintergrund abgesagt. Dönmez hingegen meint, dem "völkischen Herrenmenschengehabe" könne man nicht durch Ausgrenzung sondern mit Argumenten beikommen, wie er auf Twitter schrieb.

Fleischhacker verteidigt Einladung

Der zum Getränkekonzern von Dietrich Mateschitz gehörende Fernsehsender Servus TV verteidigte die Einladung von Sellner. Es gehe bei "Talk im Hangar-7" darum, die "ganze Bandbreite des Denkbaren abzubilden", erklärte Fleischhacker. Und er ergänzt: "Martin Sellner hat eine Vergangenheit im Neonazi-Umfeld, und er ist strafrechtlich unbescholten. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache hat auch eine Vergangenheit im Neonazi-Umfeld, heute ist er Klubobmann im Parlament." In einem Rechtsstaat wie Österreich dürfe man sowohl Rechtsextremist als auch Linksextremist sein, so lange man im Ausleben seiner Überzeugungen nicht die Grenzen des geltenden Rechts überschreite. "Wir beim 'Talk im Hangar 7' sehen es als unsere Aufgabe, in den Diskussionen, die wir führen, die ganze Bandbreite des Denkbaren abzubilden. Wir glauben nämlich an unser Publikum und seine Fähigkeit, sich auf dieser Grundlage eine eigene Meinung zu bilden."

Sellner hält die Absagen indes für "unglaublich demaskierend für den Stand der Meinungsfreiheit in Österreich".

Quelle: APA

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