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YouTube-Star Celina Blogsta: "Viele vergessen, wie viel Arbeit dahintersteckt"

Celina Blogsta zählt mit ihren 18 Jahren zu den erfolgreichsten Influencerinnen Österreichs. Im Interview spricht sie über ihren Erfolg, ihre Fans, ihre Pläne.

Ihr erstes YouTube-Video postete Blogsta 2014. Mittlerweile hat ihr YouTube-Kanal mehr als acht Millionen Aufrufe, ihrem Instagram-Account folgen 330.000 Menschen und auf Musical.ly hat die 18-Jährige mehr als 500.000 Fans. Während sie auf Instagram alle paar Tage einen Beitrag postet, sind es auf Musical.ly mehrere täglich. Auf der "VideoCon" am Samstag, 7. Juli, in der Salzburger Panzerhalle, wird sie sich mit anderen Influencern für ihre Fans Zeit nehmen. Und schon im Vorfeld sprach sie im Interview mit einer 17-jährigen Schülerin über ihr Leben als Influencerin.

Auf Musical.ly hast du mehr als 500.000 Fans. Was genau bietet dieses neue Netzwerk?
Dort ladet man 15-sekündige Videos hoch, in denen man seine Lippen synchron zu bekannten Lieder bewegt.

Was fasziniert dich an dieser Plattform?
Ich mache es, weil es mir Spaß macht. Um ehrlich zu sein: Warum sich andere Leute diese Videos anschauen, weiß ich nicht. (lacht) Vielleicht weil es lustig aussieht.

Es gibt so viele Social-Media-Nutzer. Warum folgen die Leute gerade dir?
Ich glaube, der Grund ist, dass ich bis jetzt immer ich selbst war. Wenn ich traurig war, habe ich gezeigt, dass es mir nicht gut geht. Häufig bekomme ich Nachrichten von meinen Fans, die mir schreiben, dass sie es schätzen, dass ich immer ehrlich bin und ihnen kein perfektes Leben vorspiele.

Kannst du die Nachrichten überhaupt noch alle beantworten?
Alle nicht, aber ich sitze oft am Handy und versuche so vielen wie möglich eine Antwort zu schicken.

Dein erstes YouTube-Video hast du am 14. Mai 2014 gepostet. Mittlerweile hat dein Kanal mehr als acht Millionen Views. Hättest du damals damit gerechnet?
Es war schon ein Traum, dass eines Tages viele Leute meine Videos schauen. Dass es aber wirklich funktioniert - damit hatte ich nicht gerechnet.

Wo holst du dir die Ideen für deine Videos?
Manchmal kommt mir eine Idee während des Duschens oder beim Gespräch mit Freunden. Als YouTuber denkt man in einer bestimmten Schiene: Man denkt immer, ob und wie man das, was man wahrnimmt, als Video aufarbeiten kann.

Wie lange brauchst du für ein durchschnittliches Instagram-Bild?
Meine Fotos mache ich alle mit dem Selbstauslöser auf meinem Handy. Ich mache mindestens 300 Bilder und wähle davon dann das beste aus. Die Bildbearbeitung dauert dann noch eine Viertelstunde und dann wird das Bild gepostet.

Du wirst häufig auf der Straße erkannt. Was ist das für ein Gefühl?
Ich finde es süß. Wenn ich eindeutig erkenne, dass jemand ein Fan ist, aber sich nicht traut auf mich zuzukommen, dann mache ich den ersten Schritt und gehe auf diese Person zu und frage einfach "Und wie geht's so?" - dann beginnen sie eh zu reden.

Was ist dir lieber: Zuhause einen Post vorzubereiten oder bei Fantreffen wie der "VideoCon" auf der Bühne zu stehen?
Eher das erste, weil ich vor Auftritten einfach immer sehr nervös bin.

Wie bereitest du dich auf deine Auftritte vor?
Wenn ich Fragen beantworten soll, bekomme ich diese meist im Vorhinein, um mich inhaltlich darauf vorbereiten zu können. Auch meine Managerin ist immer bei den Auftritten dabei, beruhigt mich und nimmt mir meine Nervosität. Bei Fantreffen sitze ich oft mehrere Stunden. Natürlich kann das anstrengend sein, aber ich möchte nicht, dass ein Fan ohne Autogramm die Veranstaltung verlässt.

Wie sieht dein typischer Tag aus, wenn gerade keine Veranstaltung auf dem Plan steht?
Ich stehe um 7 Uhr auf und dann widme ich den ganzen Tag den Sozialen Medien. Da ich am Land wohne, ist es oftmals schwierig einen neuen Ort für gute Fotos zu finden. Ich glaube, viele vergessen, wie viel Arbeit hinter einem Beitrag steckt. Ich brauche bis zu zwei Tage um ein Video zu drehen und zu schneiden. Das was die Leute dann zu sehen bekommen, ist ein fünfminütiges Video.

Was sind deine Erwartungen an die "VideoCon"?
Ich freue mich schon sehr meine Fans zu treffen, um zu sehen, wer hinter den Profilen steckt, die mich täglich unterstützen.

Was machst du in deiner Freizeit?
Ich schminke mich bis zu drei Mal täglich (lacht). In der Früh, zu Mittag und am Abend, wenn ich nichts anderes zu tun habe. Mit Duschen und Haaremachen stehe ich bis zu fünf Stunden am Tag im Bad.

Wie oft schaust du auf dein Handy?
Sehr oft (lacht). Vor allem, wenn ich einen neuen Beitrag hochgeladen habe, schaue ich ständig wie es bei meiner Community ankommt. Wenn ein Bild auf Instagram nach fünf Minuten 1000 Likes hat, weiß ich, dass es gut ankommt. Ich mache mit meinen anderen Kanälen immer Werbung für einen neuen Post, damit er auch nicht übersehen wird.

Du wirst häufig als "Influencer" bezeichnet. Was bedeutet das für dich?
Ich mag dieses Wort eigentlich nicht, weil es häufig als Schimpfwort verwendet wird. Viele sind der Meinung, dass Influencer bekannt seien, obwohl sie keine Talente haben und nicht arbeiten. Täglich höre ich "was machst du eigentlich den ganzen Tag? Du verdienst so viel Geld und gehst nicht einmal arbeiten". Wie viel Arbeit und Aufwand hinter einem Post steckt, wird oft vergessen und nicht verstanden.

Was war deine letzte große Investition, die du dir durch deine Arbeit erfüllen konntest?
Meine Wohnung in Wien, in die ich nach den Ferien umziehen werde.

Wie wird sich deiner Meinung nach die Influencer-Branche entwickeln?
Jeder will groß rauskommen, daher wächst die Anzahl der Influencer stetig. Ich glaube, dass die Branche, so wie sie jetzt ist, eines Tages zusammenbricht und sich etwas Neues entwickeln wird. Ich glaube, dass es wieder etwas mit Videos wird - so ähnlich wie YouTube, aber doch anders.

Was ist die am häufigsten gestellte Frage deiner Fans?
"Hast du einen Freund?"

Und was ist deine Antwort?
Naja, je nachdem. Entweder "ja", "nein" oder, wenn mein Beziehungsstand noch nicht offiziell ist, "wer weiß".

Was ist dein Traumberuf?
Influencer. Früher wollte ich Polizistin werden, aber dafür bin ich zu klein. Sängerin wollte ich auch werden, aber ich kann nicht singen. (lacht)

Was ist dein Ziel?
Ich würde gern mit Justin Bieber auf Urlaub fahren. (lacht)

Du bist in einem kleinen Dorf in der Nähe von Wien aufgewachsen. Wo möchtest du eines Tages leben?
Ich möchte später in einem Haus leben - wenn möglich in dem kleinen Dorf, aus dem ich komme. Ich möchte auf jeden Fall in einer kleinen Ortschaft wohnen und nicht in einer Großstadt wie New York.

Wie hat deine Influencerkarriere begonnen?
Ich habe auf Facebook immer wieder Videos hochgeladen, in denen ich meine Meinung zu bestimmten Personen gesagt habe. Ich wurde dann öfters gefragt, ob ich nicht YouTube-Videos drehen könnte. Eine Freundin und ich sind dann draußen im Garten gesessen und haben mein erstes YouTube-Video gedreht. Ich weiß noch ganz genau, dass ich nach einem Tag 259 Abonnenten hatte - und vier Tage später waren es schon 1000 Abonnenten. Auch wenn ich nicht wusste, woher die Leute kamen.

Das Interview führte Anna Rahofer. Sie ist 17 Jahre alt und Schülerin der siebten Klasse in einem Salzburger Gymnasium.

Die "VideoCon" geht am Samstag, 7. Juli, in der Panzerhalle Salzburg über die Bühne. Tickets gibt es auf spark7.com/videocon sowie in Filialen der EBSK und ausgewählten Sparkassen.

Quelle: SN

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