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Zeitungsverband erinnert an Pressefreiheit

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und seine Mitglieder gedenken in einer gemeinsamen Inseratenwelle zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am Donnerstag jener Journalisten, die in Ausübung ihrer Tätigkeit getötet wurden.

Die Inseratenkampagne des VÖZ. SN/vöz
Die Inseratenkampagne des VÖZ.

"Im weltweiten Kampf für Pressefreiheit stehen Journalisten meist an vorderster Front und sind dadurch einer besonderen Gefahr ausgesetzt", hieß es am Dienstag seitens des VÖZ. In einer Aussendung erklärte VÖZ-Präsident Thomas Kralinger: "Mit der Ermordung von Daphne Caruana Galizia in Malta und Jan Kuciak in der Slowakei sind jüngst auch innerhalb der Europäischen Union zwei Redakteure gewaltsam zu Tode gekommen. Ihr Tod ist der tragische Beweis dafür, dass die Pressefreiheit auch bei uns verwundbar ist."

Laut Reporter ohne Grenzen (ROG) habe sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr in keiner anderen Weltregion so stark verschlechtert wie in Europa. Österreich liegt im Ranking wie im Vorjahr stabil auf Platz 11. Der NGO zufolge kamen bei einem Doppelanschlag am 30. April 2018 in Afghanistans Hauptstadt Kabul mindestens neun Journalisten ums Leben. Sechs weitere seien schwer verletzt worden.

Im globalen ROG-Bericht wurden im Jahr 2017 65 getötete, 326 inhaftierte und 54 als Geisel gehaltene Journalisten gelistet. Damit ergibt sich für die letzten 15 Jahre eine traurige Bilanz von insgesamt 1.035 getöteten Journalisten. Aber nicht nur offene Gewalt sei eine Gefahr für die völkerrechtliche garantierte Presse- und Meinungsfreiheit.

"Der VÖZ hat stets davor gewarnt, dass freier Journalismus auch unter dem Deckmantel des Datenschutzes untergraben werden kann. Umso wichtiger sind die von der aktuellen Bundesregierung beschlossenen Ausnahmeregelungen bei der EU-Datenschutz-Grundverordnung", so VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger.

"Press Freedom Award" geht nach Montenegro

"Reporter ohne Grenzen" (ROG) will indessen den diesjährigen "Press Freedom Award 2018-A Signal for Europe" nach Montenegro verleihen. Die Einreichfrist läuft bis 1. November 2018. Nominiert werden kann jeder auf Deutsch oder Englisch zwischen 3. Mai 2017 und 3. Mai 2018 veröffentlichte Artikel, der einen Beitrag zur Pressefreiheit Montenegros geleistet hat, hieß es.

Das Balkanland liegt auf der Rangliste der Pressefreiheit 2018 von Reporter ohne Grenzen auf Platz 103 von 180. Im europäischen Feld gehört es damit zu den Schlusslichtern. "Von Wohlbefinden kann hier in Montenegro nicht die Rede sein, denn die Freiheiten der Medien sind äußerst eingeschränkt", meint Marko Vesovic, Journalist bei der oppositionellen Zeitung Dan. Umso notwendiger ist es, in einem Land wie Montenegro für Informationsfreiheit einzutreten. "Freier Zugang zu Information ist immer auch Grundvoraussetzung für Demokratie", weiß Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, Rubina Möhring.

Die Lage in Montenegro ist nach wie vor angespannt. Erst im April war eine Bombe vor dem Haus des Enthüllungsjournalisten Sead Sadikovic in der Kleinstadt Bijelo Polje explodiert. Der Anschlag kam nicht unerwartet. Schon seit einiger Zeit hatte der montenegrinische Journalistenverband auf Drohungen gegen Sadikovic aufgrund seiner Arbeit hingewiesen. Es war bereits die siebente Bombe allein in diesem Jahr.

Der Nationale Sicherheitsrat befasst sich bereits mit der schlechten Sicherheitslage im Land, die durch wachsende Konflikte unter organisierten kriminellen Gruppen verursacht wird. Verschiedenste Angriffe gegen Journalisten seien schon seit langem keine Ausnahme. Die schwierige Situation des Journalismus in Montenegro ist auch mit dem Integrationsprozess der EU verbunden.

Quelle: APA

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