Österreich

14-jähriger Wiener wegen acht Raubüberfällen vor Gericht

Nur einen Monat nach seinem 14. Geburtstag und seiner beginnenden Strafmündigkeit soll ein Wiener Bursche eine regelrechte Raubserie durchgeführt haben. Mit zum Teil noch unbekannten Mittätern soll er von September bis November 2021 vor allem Jugendlichen die Airpods gewaltsam entrissen haben, warf ihm die Staatsanwaltschaft am Montag in einem Prozess am Straflandesgericht vor. Einem Opfer wurde durch Schläge ein Trümmerbruch des Kieferhöhlenknochens zugefügt.

Die Gruppe rund um den Burschen - zum Teil recht groß gewachsene und bullige 15- bis 16-Jährige - soll in öffentlichen Verkehrsmitteln nach potenziellen Opfern Ausschau gehalten haben, diese dann umzingelt, beschimpft und bedroht haben. Teilweise gab es auch Schläge mit der flachen Hand oder der Faust, in einem Fall wurden auch zwei Messer gezückt. Die Jugendlichen sollen es vor allem auf teure Airpods, iPhones, aber auch auf Geld abgesehen gehabt haben. Bei einem Faktum wurden den beiden Opfern die Ausweise abgenommen, abfotografiert und mit Schlägen gedroht, sollten sie zur Polizei gehen.

Der 14-Jährige bekannte sich vor dem Schöffensenat (Vorsitz: Alexandra Skrdla) teilweise schuldig. Als er 13 Jahre alt gewesen war, sei er Teil dieser Clique geworden. Er habe zeigen wollen, dass er dazu gehört. "Sonst sagen sie, ich bin eine Pussy", berichtete er. "Sie haben mich von daheim abgeholt und wollten, dass ich mitmache." In der Befragung durch das Schöffengericht relativierte der 14-Jährige, dem im Falle eines Schuldspruchs bis zu 7,5 Jahre Haft drohen, seine Aussagen. Etwa sei nie ein Messer im Spiel gewesen oder er sei ja nur daneben gestanden. Aber er gestand auch ein: "Das Opfer hatte Angst, weil wir zu dritt waren." Da meinte die Richterin: "Ja eben. Das macht einen Unterschied, auch wenn man nur dabei steht."

Am 13. November 2021 kam es zum folgenschwersten Raub. In Leopoldau sei die Gruppe auf ein Opfer zugegangen und habe nach zwei Euro gefragt. Als der Mann seine Geldbörse öffnete, sah der 14-Jährige, dass da noch mehr zu holen war und forderte ihn auf, das gesamte Geld herauszurücken. Daraufhin schubste der Bedrohte den 14-Jährigen mit den Worten weg: "Verpisst euch!" "Da bin ich aggressiv geworden. Aber ich wollte ihn nicht verletzen", versicherte der Bursche der Richterin. Der Mann, der den Trümmerbruch erlitten hatte, schloss sich dem Verfahren mit Schmerzengeld in der Höhe von 5.000 Euro an.

"Ich wollte wie die sein. Ich wollte wichtig sein in der Gruppe", sagte der 14-Jährige vor Gericht. Seit seiner Festnahme sitzt der Bursche in Untersuchungshaft. Gegen seine Komplizen sind die Verfahren noch anhängig. Weil zwei Zeugen noch gehört werden sollen, wurde die Verhandlung am Montagnachmittag auf 14. März vertagt.

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