Österreich

16 Rinder verendeten im Stall: Jetzt verstärkt die Behörde die Kontrollen

Die Amtstierärztin überprüfte zuletzt vor zwei Jahren den Bauernhof. Jetzt stellt die Bezirkshauptmannschaft zwei zusätzliche Veterinäre ein.

In einem Stall in Kärnten verendeten 16 Rinder. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft (Motivbild). SN/sw
In einem Stall in Kärnten verendeten 16 Rinder. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft (Motivbild).

In einem Stall im Kärntner Bezirk Feldkirchen wurden 16 tote Rinder gefunden. Angehörige des 41-jährigen Landwirts, der seit Freitag im Spital ist, wollten nach den Tieren sehen und alarmierten sofort die Polizei. Die Amtstierärztin konnte wegen der starken Verwesung vorerst keine Todesursache feststellen. Eine Untersuchung des Viehs wurde daher angeordnet, wie die Landespolizeidirektion Kärnten mitteilte.

Seitens der Bezirkshauptmannschaft Feldkirchen wurde mitgeteilt, dass sich der Landwirt selbst ins Klinikum Klagenfurt begeben hat und dort behandelt wird. Er soll derzeit nicht vernehmungsfähig sein.

Bezirkshauptmann Dietmar Stückler zeigte sich über den Vorfall bestürzt. Gegenüber dem ORF Kärnten sagte Stückler, dass auch fünf bis sechs Kälber unter den verendeten Tieren sein dürften. Vom Zustand bzw. dem Tod der Tiere dürfte zunächst niemand etwas mitbekommen haben, weil die Stalltüre abgesperrt war: "Man brauchte die Feuerwehr, um in den Stall zu gelangen. Die Nachbarn sind erst aufgrund des Verwesungsgeruchs zur Polizei gegangen."

Der Gesamtzustand des Stalls sei vermutlich nicht der Beste gewesen, sagte der stellvertretende Bezirkshauptmann Robert Derhaschnig, der auch für rechtliche Tierschutzangelegenheiten zuständig ist.

Laut Stückler ist der Mann bei den Behörden bislang nicht negativ aufgefallen: "Die Amtstierärztin war vor zirka zwei Jahren am Hof und hat dort eine ordentliche Tierhaltung vorgefunden." Er sei damals schon in der Rinderhaltung tätig gewesen. Die Ermittlungen müssten klären, was sich in den vergangenen Monaten zugetragen und eine drastische Veränderung der Zustände am Hof bewirkt habe: "Es wird sich im Zuge der Einvernahmen - wenn diese möglich sind - herausstellen, was dazu führte."

Laut Derhaschnig wird eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft ergehen, die strafrechtliche Komponenten prüfen wird: "Seitens der Behörde wird ein vorläufiges Tierhalteverbot verhängt. Je nach Ergebnis der Ermittlungen wird ein endgültiges Tierhalteverbot ausgesprochen."

Gesetzlich ist die Bezirkshauptmannschaft verpflichtet, Bauernhöfe stichprobenartig zu kontrollieren. Anlassbezogen werde auch nach Anzeigen genauer hingesehen. Tierschutzreferentin Beate Prettner kündigte die Aufstockung um zwei amtliche Tierärzte an. Damit würden künftig in Kärnten mehr Kontrollen durchgeführt als vom Gesetz vorgeschrieben.

Quelle: SN

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