Österreich

18-Jähriger wegen Gewaltdelikten zu drei Jahren verurteilt

Am Dienstag ist am Landesgericht Klagenfurt ein Prozess gegen einen Mann fortgesetzt worden, der Ende Juli eine Zeugin im Gerichtssaal attackiert hat. Der 18-Jährige wurde der absichtlichen schweren Körperverletzung, der gefährlichen Drohung, des Widerstands gegen die Staatsgewalt und der Freiheitsberaubung schuldig gesprochen und zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 18-Jährige war in der ersten Hauptversammlung im Juli, als seine Freundin aussagen wollte, hochgeschnellt und hatte sie gegen den Nacken getreten. Die Verhandlung wurde abgebrochen, der Mann abgeführt.

Nun stand er neuerlich vor dem Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Michael Schofnegger. Staatsanwältin Marina Murko wirft dem 18-Jährigen vor, seine Freundin mit der Faust ins Gesicht geschlagen, in die Magengegend getreten und ihr mit dem Springmesser in den Oberschenkel gestochen zu haben. Die Freundin erlitt einen Milzriss, der im Krankenhaus behandelt wurde. Die Anklage wurde nun wegen des Vorfalls im Gerichtssaal auf eine weitere absichtliche schwere Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt ausgedehnt.

Dazu werde er sich hier schuldig bekennen, erklärte sein Verteidiger Hans Gradischnig. "Der Fall ist offensichtlich, das haben alle gesehen", so der Anwalt. Der Angeklagte hingegen erklärte, er habe nie beabsichtigt, die Frau schwer zu verletzen Er sei halt sehr eifersüchtig, begründete er seine Tat.

Die Zeugin wurde diesmal in einem anderen Verhandlungssaal einvernommen. Der Schöffensenat hatte dem Antrag des Privatbeteiligtenvertreters auf Ausschluss der Öffentlichkeit stattgegeben. Die Aussagen der jungen Frau bezeichnete Schofnegger in seiner Urteilsbegründung als absolut glaubwürdig. Darüber hinaus habe man in der Hauptverhandlung im Juli gesehen, mit welcher Vehemenz der Angeklagte auf das Opfer zugesprungen sei. Da bestehe nicht der geringste Zweifel, dass er das Mädchen schwer verletzen wollte.

Auf Befragung seines Verteidigers erzählte der Angeklagte, er sei 2014 das erste Mal verhaftet worden und seither nur wenige Monate auf freiem Fuß gewesen. "Er braucht Hilfe und Hoffnung", sagte Gradischnig dazu. Der heute 18-Jährige habe die Zeit von seinem sechsten bis achten Lebensjahr in der Kinderpsychiatrie verbracht und dann in einer Wohngemeinschaft gelebt. Er brauche eine Chance, eine Ausbildung und eine Beschäftigung. Seiner Meinung nach seien die Taten eine Folge von Kränkungen in Kindheit und Jugend, so der Verteidiger.

Der Angeklagte wurde auch der gefährlichen Drohung gegen drei Freunde schuldig gesprochen. Dazu hatte er sich bereits im Juli schuldig bekannt. Darüber hinaus flüchtete er bei seiner Festnahme im März dieses Jahres in Handschellen und soll den Beamten, der ihn verfolgte und neuerlich festnehmen wollte, verletzt haben. Für diesen Vorfall wurde er vom Vorwurf des Widerstands gegen die Staatsgewalt freigesprochen. Der Angeklagte habe sich nur losgerissen, das sei zu wenig, meinte der Richter. Es hätte einer Gewalthandlung bedurft, die auf Widerstand des Beamten hätte stoßen müssen.

Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

Quelle: APA

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