Österreich

20 Jahre für Mord an Krankenschwester

Ein 51-Jähriger, der im November 2009 in der Tiefgarage des Wiener Hanusch-Krankenhauses eine Schwester erschossen hatte, ist am Dienstag zum zweiten Mal veruteilt worden. Statt lebenslang gab es nun eine Freiheitsstrafe.

20 Jahre für Mord an Krankenschwester SN/apa (archiv/artinger)
OGH hat Urteil aus formalen Gründen aufgehoben.

Der Angeklagte hatte den Pkw der 49-jährigen Helga L. rauben wollen, nachdem er zuvor die Wohnung seines Sohnes angezündet hatte, der den Vater bei sich aufgenommen hatte, als dieser seine eigene Bleibe verlor. Die Krankenschwester weigerte sich, dem Unbekannten die Autoschlüssel zu übergeben, als sie sich diesem gegenüber sah. Selbst als dieser eine Pistole zückte und repetierte, gab sie nicht klein bei, sondern schrie lautstark um Hilfe. Der Angreifer versetzte ihr daraufhin mit seiner Glock 26 einen angesetzten Bauchschuss. An den folgenden Kopfschuss aus eineinhalb Metern konnte bzw. wollte er sich nicht mehr erinnern. Im Anschluss war der 51-Jährige mit einem Bus in die Steiermark gefahren, wo er das Haus seiner Ex-Frau in Flammen steckte.

Die Prozesswiederholung war nötig geworden, weil der Oberste Gerichtshof (OGH) den erstinstanzlichen Schuldspruch vom November 2011 aus formalen Gründen teilweise aufgehoben hatte. Am Ende der Neudurchführung kam das Schwurgericht nach Abwägung der Milderungs- und Erschwerungsgründe zum Schluss, "dass es nicht notwendig ist, dass hier mit der Höchststrafe bestraft werden muss", wie die vorsitzende Richterin Susanne Lehr in der Urteilsbegründung erklärte.

Die Staatsanwältin legte dagegen unverzüglich Strafberufung ein, während der 51-Jährige das Urteil akzeptierte. Die Entscheidung ist somit nicht rechtskräftig. Zudem wurde der von einer Krebserkrankung sichtlich gezeichnete Mann in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

(APA)

Aufgerufen am 23.04.2018 um 03:37 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/20-jahre-fuer-mord-an-krankenschwester-5965609

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