Österreich

2016 war das viertwärmste Jahr der Messgeschichte

Mit einem Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel war 2016 in Österreich ex aequo mit 2007 das viertwärmste Jahr der 250-jährigen Messgeschichte.

Die höchste Temperatur des Jahres waren 36 Grad in Krems.  SN/APA (Gindl)/BARBARA GINDL
Die höchste Temperatur des Jahres waren 36 Grad in Krems.

Es gab zehn überdurchschnittlich warme, aber nur zwei zu kühle Monate. "Auffallend war heuer vor allem, dass es fast keine langen sehr kühlen oder kalten Wetterphasen gab", so Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

Die höchste Temperatur des Jahres wurde mit 36,0 Grad am 11. Juli in Krems gemessen. Die tiefste Temperatur registrierte die ZAMG am 18. Jänner 2016 mit minus 28,2 in Tirol an der Wetterstation am Hinteren Brunnenkogel am Pitztaler Gletscher in 3.437 Meter Seehöhe. Die tiefste Temperatur an einem bewohnten Ort wurde am selben Tag mit minus 23,4 Grad Celsius in Lech am Arlberg (1.442 Meter) gemessen.

Die Niederschlagsmenge lag heuer um zehn Prozent über dem vieljährigen Mittel. "Das ergibt einen Platz unter den 25 nassesten Jahren seit Beginn der Niederschlagsmessungen im Jahr 1858", weiß Orlik. Besonders nass waren heuer der Jänner mit 44 Prozent mehr Niederschlag, der Februar mit plus 105 Prozent, der Mai mit plus 47 Prozent und der Juni mit plus 37 Prozent.

Trotz der vielen feuchten Monate brachte 2016 überraschenderweise um vier Prozent mehr Sonnenschein als ein durchschnittliches Jahr. Das entspricht einem Plus von rund 60 Stunden. Zu dieser knapp überdurchschnittlichen Bilanz trugen vor allem die sehr sonnigen Monate August, September, November und Dezember bei.

In der Temperaturbilanz gab es nur in zwei Monaten extreme Ausreißer: Der Februar 2016 war mit einer Anomalie von plus vier Grad der relativ wärmste Monat in diesem Jahr und der drittwärmste Februar in der heimischen Messgeschichte. Der relativ kälteste Monat (Oktober) war um 0,4 Grad kälter als das klimatologische Mittel. Dennoch ist das Jahr mit einer Abweichung von 1,0 Grad Celsius zum Mittel der Referenz-Klimaperiode (1981 bis 2010) nach 2014, 2015 und 1994 das viertwärmste der knapp 250-jährigen Messgeschichte.

Die Temperaturabweichung nach oben ist nicht so sehr durch lang anhaltende und extreme Hitzeperioden geprägt, sondern es fehlten vor allem länger anhaltende kältere Phasen. Auch die Intensität dieser kühlen Phasen war mit wenigen Ausnahmen nicht sehr stark. Dennoch wurden Ende April mit einem massiven und für diese Jahreszeit ungewöhnlich starken Kaltluftvorstoß viele landwirtschaftliche Kulturen stark beschädigt oder es kam sogar zu einem totalen Ausfall der Ernte.

Die Niederschlagsmenge war heuer um zehn Prozent höher als in einem durchschnittlichen Jahr. Zehn bis 30 Prozent Plus kamen von Osttirol über Kärnten bis ins Weinviertel zusammen. Im Kärntner Seengebiet und punktuell in Niederösterreich summierten sich 20 bis 30 Prozent mehr Niederschlag. Von Vorarlberg bis Oberösterreich lag er im Normalbereich. Im nördlichen Waldviertel gab es um zehn bis 20 Prozent weniger Regen und Schnee als in einem durchschnittlichen Jahr.

Mit einem Überschuss von 34 Prozent war der September der sechstsonnigste September in Österreich seit 1925. Auch der August (plus 10 Prozent), der November (plus 12 Prozent) und der Dezember (plus 40 Prozent) trugen zu dem leichten Jahres-Plus an Sonnenschein bei. Besonders trüb verliefen die Monate Februar und Oktober.

Quelle: APA

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