Österreich

2019 bisher die wenigstens Blitze in der Messgeschichte

Auch wenn es bei den prognostizieren Unwettern am Wochenende gehörig donnern und blitzen dürfte, hat es 2019 mit 42.0000 Blitze so wenige wie noch nie seit Messbeginn des Österreichischen Blitzortungssystems ALDIS (Austrian Lightning Detection and Information System) im Jahr 1992 gegeben. Grund dafür waren vor allem der kühle Mai und das stabile Hochdruckwetter im Juni.

Bisher gab es 2019 rund 42.000 Blitze SN/APA (Einsatzdoku-Lechner)/EINSAT
Bisher gab es 2019 rund 42.000 Blitze

"Von Jänner bis jetzt registrierten wir in Österreich rund 42.000 Blitzeinschläge zum Boden. Das waren um rund 65 Prozent weniger als im Mittel. In einem durchschnittlichen Jahr registrieren wir von Jänner bis Ende Juli rund 120.000 Wolke-Erde-Blitze", sagte Gerhard Diendorfer, Leiter von ALDIS.

Für Menschen im Freien ist jede Art von Blitz lebensgefährlich. Zwar ist die Zahl der Verletzten und Toten durch Blitzschlag in Österreich in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, es passieren aber immer noch Unfälle. In den 1960er-Jahren starben pro Jahr noch 20 bis 40 Menschen in Österreich durch Blitzschlag. Mittlerweile sind es durchschnittlich zwei bis drei Blitztote pro Jahr. "Zum einen sind die Wetterprognosen und die Informationen in der Bevölkerung deutlich besser. Zum anderen gab es die meisten Verletzten und Toten früher am freien Feld bei den in der Landwirtschaft beschäftigen Personen. Hier sind die Menschen heute meistens durch Traktoren und anderen Fahrzeugen mit Metalldach besser geschützt", sagte Diendorfer.

"Gute Planung und rechtzeitiges Reagieren sind der beste Blitzschutz im Freien", riet der Experte. "Der beste Schutz ist immer noch, gar nicht in ein Gewitter zu kommen. Im Freien gibt es keinen absolut sicheren Standort. Beachten Sie vor ihren Wanderungen, Radtouren, Badeausflügen immer die Wettervorhersage und planen Sie Ihre Freizeitaktivitäten so, dass Sie im Falle eines Gewitters rechtzeitig eine sichere Unterkunft erreichen."

Die meisten Unfälle ereignen sich am Anfang und am Ende von Gewittern, "wenn man glaubt 'das geht schon noch' oder 'ist schon vorbei', weil es zum Beispiel noch nicht oder nicht mehr regnet". Eine grobe Faustregel ist die 30/30-Regel: Wenn zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden liegen, ist das Gewitter nur noch zehn Kilometer entfernt und man sollte schnell Schutz suchen. Diesen sicheren Ort sollte man erst 30 Minuten nach dem letzten Blitz wieder verlassen.

Am sichersten ist man natürlich in einem Haus mit Blitzableiter. In einem Gebäude ohne Blitzschutz hält man sich in der Mitte des Raumes auf. Ist ein Auto in der Nähe, sollte man sich in dieses setzen. Ist der einzige Schutz in der Nähe ein Wald, sollte man in diesen hineingehen, denn am Waldrand ist die Gefahr von Blitzen und bei Gewitterböen umstürzenden Bäumen größer als im Inneren des Waldes.

In der Nähe eines einzelnen Baumes oder einer Baumgruppe soll man sich ungefähr zehn Meter vom Baum entfernt auf den Boden hocken. Von Metallmasten sollte ein Abstand von rund drei Metern eingehalten werden. Befindet man sich auf einem großen Feld oder einer großen Wiese, hockt man sich am besten in eine Geländemulde und macht sich so klein wie möglich.

Gewässer gilt es sofort zu verlassen - selbst ein Einschlag in einiger Entfernung kann da gefährlich sein. Boote, besonders Segelboote, bilden oft den höchsten Punkt in der Umgebung und sind daher besonders blitzgefährdet. Die Gefährdung auf einem Boot hängt wesentlich von der Bauart und vom Material des Bootes (Holz, Kunststoff, Metall, etc.) ab und davon, ob der Mast einen Blitzschutz hat, im einfachsten Fall ein an den Mast angeklemmtes Kupferseil, das ins Wasser hängt.

Quelle: APA

Aufgerufen am 19.09.2019 um 09:18 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/2019-bisher-die-wenigstens-blitze-in-der-messgeschichte-73846438

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