Österreich

35 Fußgänger starben 2021 im Straßenverkehr

35 Fußgänger sind laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) im Vorjahr im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Die gute Nachricht: Das waren so wenig wie noch nie. Die schlechte Nachricht: 20 der 35 Opfer waren 70 oder älter. Der VCÖ forderte aus diesem Grund "verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem im Ortsgebiet, wie mehr Verkehrsberuhigung, Tempo 30 statt 50 und übersichtliche Übergänge", wie es am Freitag in einer Aussendung hieß.

Die Zahl der getöteten Fußgänger geht stetig zurück SN/APA/dpa/Christoph Soeder
Die Zahl der getöteten Fußgänger geht stetig zurück

"Auch wenn im Vorjahr die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle so niedrig wie noch nie war, die Anzahl der Todesopfer ist mit 35 nach wie vor hoch", betonte VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Vor 2021 gab es die bisher niedrigste Anzahl an tödlichen Fußgängerunfällen im Jahr 2018 mit 47 Todesopfern.

Bei 16 tödlichen Fußgängerunfällen gab es im Vorjahr laut Innenministerium Fremdverschulden. Die Hälfte dieser tödlichen Unfälle wurden von Pkw verursacht, weitere sechs tödliche Fußgängerunfälle wurden von Lkw und Klein-Lkw verursacht. Elf der 20 getöteten Senioren waren älter als 80. Laut VCÖ waren auch in den Jahren davor ältere Menschen die größte Opfergruppe bei den tödlichen Fußgängerunfällen. In den Jahren 2019 und 2020 kamen 120 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben, 61 davon waren 70 oder älter.

"Es braucht mehr Maßnahmen, die die Mobilität für ältere Menschen sicherer machen," betonte VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Im Ortsgebiet erhöht vor allem mehr Verkehrsberuhigung die Verkehrssicherheit. Als Höchstgeschwindigkeit sollte im Ortsgebiet Tempo 30 die Regel und Tempo 50 die Ausnahme sein. Wichtig sind zudem übersichtliche Straßenübergänge, ausreichend breite Gehsteige und Fußgänger-Ampeln mit längeren Grünphasen und kürzeren Rotphasen, so der VCÖ.

Außerhalb der Ortsgebiete mangelt es noch immer an sicheren Gehwegen zwischen Siedlungen und dem nächsten Ortsgebiet. Selbst Bus-Haltestellen sind nicht immer über einen baulich getrennten Gehweg erreichbar. "Fußgängerinnen und Fußgänger wurden lange Zeit in der Infrastrukturpolitik in den Bundesländern vernachlässigt. Um auch in den Regionen die Versäumnisse der Vergangenheit rasch zu sanieren, ist eine Infrastrukturoffensive für sichere Gehwege nötig", betonte Mosshammer.

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