Österreich

502 Neuinfektionen - Anschober rechnet nicht mit "oranger" Corona-Ampel

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) geht trotz steigender Infektionszahlen derzeit nicht davon aus, dass die Corona-Ampel Ende der Woche in Wien oder einem anderen Gebiet auf "orange" gestellt wird. Tirols Landeshauptmann Platter (ÖVP) geht indes von einer gelben Umfärbung für die Stadt Innsbruck aus. Anschober kündigte für Freitag nach dem Ministerrat die neue Masken-Verordnung an.

Gesundheitsminister Anschober kündigt Nachschärfungen an SN/APA/HANS PUNZ
Gesundheitsminister Anschober kündigt Nachschärfungen an

Sowohl weltweit als auch in Europa sei man mit steigenden Coronazahlen konfrontiert, merkte Anschober im Pressefoyer nach dem Ministerrat an. In Österreich hat das Innenministerium für Mittwoch 502 Corona-Neuinfektionen gemeldet, 258 davon betrafen Wien. Man müsse dazusagen, dass in den vergangenen 24 Stunden sehr viele Tests ausgewertet worden seien, erklärte Anschober. Derzeit seien jedenfalls vor allem Wien und Tirol betroffen. Am Abend werde man dazu den Expertenbeirat hören, am morgigen Donnerstag tagt dann wieder die Ampelkommission, am Freitag wird die aktuelle Ampelschaltung inklusive Empfehlungen veröffentlicht.

"Für mich persönlich sind diese Zahlen zu diesem Zeitpunkt heute zu hoch", stellte Anschober fest. Man werde wohl zusätzliche Maßnahmen im Präventionsbereich brauchen. Dass ein Gebiet auf "orange" gestellt wird, glaubt Anschober "nach derzeitigem Wissensstand" aber nicht: "Ich hab kein Indiz, dass es derzeit in diese Richtung geht, aber entscheiden wird die Kommission."

Zur harschen Kritik, dass die Ampel und ihre Konsequenzen teils ohne Rechtsgrundlage präsentiert worden waren, stellte Anschober abermals die Verordnung für die Ausweitung der Maskenpflicht im Handel für Freitag in Aussicht. Was die Novelle der Coronagesetze betrifft, strebe man in der nächsten regulären Nationalratssitzung (23. September) einen Beschluss an, davor werde man noch eine umfassende Gesprächsrunde mit den Fraktionen abhalten.

Ebenfalls am Freitag soll es mehr Transparenz bei den Kriterien der Kommission geben, versprach Anschober. Dass es bei dem einen oder anderen wegen einer Gelbschaltung "keine Begeisterungsstürme" gegeben habe, "das verstehe ich ja". Es gehe um eine Sensibilisierung.

Dass ihn der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) im "Kurier" und den "Oberösterreichischen Nachrichten" vor "juristischen Finten" gewarnt hat, bringt Anschober auch nicht aus der Ruhe: Es sei doch eigentlich "gleichgültig", ob der Landeshauptmann oder der Minister etwas erlasse, Hauptsache sei, dass die notwendigen Schritte gesetzt würden. Er appelliere an alle, den Weg weiter gemeinsam zu gehen.

Lob gab es vom Minister für den Pharmakonzern AstraZeneca, der seine Impfstoffstudie wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzt hat. Es sei "höchst professionell" von der Firma, dass sie die Studie unterbrochen habe und sofort die Öffentlichkeit informiert habe, erklärte Anschober. Verzögerungen nimmt der Minister in Kauf: Es sei weniger entscheidend, ob es mit der Impfung im Jänner oder erst im Februar etwas werde. "Österreich legt größten Wert darauf, dass die Sicherheit vorgeht."

Platter geht von Gelb für Innsbruck aus

Tirols LH Günther Platter (ÖVP) geht von einer Ampelschaltung von Grün auf Gelb für die Landeshauptstadt Innsbruck aus - zusätzlich zur derzeit bestehenden für den Bezirk Kufstein. Das gab der Landeschef am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zur Regierungsklausur in Zams bekannt. Die damit einhergehenden Maßnahmen sollen trotz derzeitigen Fehlens einer Verordnung freiwillig umgesetzt werden.

Dies sei so auch mit dem Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi (Grüne) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) abgesprochen, erklärte der Landeshauptmann. Ferner richtete er sich mit einem Appell an die Tiroler Bevölkerung - vor allem im privaten Umfeld müsse man vorsichtig sein: "Wir können auch freiwillig Masken tragen." Hygienemaßnahmen seien einzuhalten.

"Wir müssen wieder mehr aufeinander schauen", fügte LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) hinzu. Die steigenden Infektionszahlen seien alarmierend. Es gebe durchaus Anlass zur Sorge, merkte auch Platter zu Beginn der Pressekonferenz an. Und er fügte - mit Blick auf den Wintertourismus - hinzu: "Wir wollen gut durch den Herbst und Winter kommen, sodass die Wintersaison funktioniert."

Quelle: APA

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