Österreich

Acht Jahre Haft für Räuber mit Nikolausbart in Kärnten

Ein 37-jähriger Slowene ist am Montag am Landesgericht Klagenfurt wegen Raubes zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Dem Mann werden zwei bewaffnete Überfälle auf ein Lokal und ein Geschäft in Klagenfurt vorgeworfen, bei einem hatte der Täter einen Nikolausbart getragen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

In der Verhandlung war es um zwei Raubüberfälle gegangen, die sich im November 2016 in Klagenfurt ereignet haben. Am 21. November hatte ein Mann laut Anklage in einer Schnitzelwelt-Filiale in Klagenfurt zugeschlagen: Als abends nur mehr zwei Angestellte anwesend waren, betrat er das Lokal, hielt einen der Mitarbeiter am Boden fest und zwang dessen Kollegin, die Kasse zu öffnen, indem er ihr eine Pistole ansetzte. Er entkam mit 500 Euro.

Nur vier Tage später wurde eine Libro-Filiale in der Klagenfurter Innenstadt überfallen: Wie schon beim ersten Überfall war der Täter mit einer Kapuze maskiert, zusätzlich trug er noch einen etwa 30 Zentimeter langen Nikolausbart. Wieder hielt er einer Angestellten, die allein im Verkaufsraum war, die Pistole an den Körper und entkam mit 1.100 Euro aus der Kasse.

Dien Indizien deuteten auf den 37-Jährigen: In dem Imbisslokal hatte man hinter der Theke die Folie einer Zigarettenpackung und eine leere Tablettenverpackung gefunden - beides mit DNA-Spuren des Täters. Und nach dem zweiten Überfall hatte eine Zeugin einen Mann mit verrutschtem Nikolausbart vom Tatort weglaufen sehen, sie identifizierte den Angeklagten. Im Prozessverlauf hatte der Slowene stets betont, an den fraglichen Tagen gar nicht in Klagenfurt gewesen zu sein, vor Gericht konnte er das aber nicht ausreichend belegen.

Unter Verdacht gekommen war der 37-Jährige, als man seine DNA mit der Datenbank abglich, als er im vergangenen Mai wegen Ladendiebstählen festgenommen wurde. Dafür wurde er im Sommer am Landesgericht Klagenfurt zu zwölf Monaten Haft verurteilt, die er gerade absitzt. Seine Vorstrafenliste ist lang: Sowohl in Slowenien als auch in Deutschland wurde er bereits mehrmals zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt, unter anderem wegen Raubes, Diebstahls, Beteiligung an einer Erpressung und Nötigung. Am Montag folgten schließlich acht Jahre Zusatzstrafe.

Der Angeklagte erbat drei Tage Bedenkzeit, die Staatsanwaltschaft kündigte Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Angeklagt war der Mann nämlich wegen schweren Raubes, im Prozess war allerdings unklar, welche Waffe er verwendet hatte, deshalb wurde er nur wegen Raubes schuldig gesprochen.

Quelle: APA

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