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Auch E-Zigaretten und Wasserpfeifen sind ungesund

Ob E-Zigaretten oder die "altmodische" Wasserpfeife - das Rauchen bleibt ungesund. Dies gilt auch für Jugendliche, welche solche angeblichen Zigaretten-Alternativen erproben. Die internationale Tabakindustrie setzt voll auf derartige Produkte, um den Zigarettenrestriktionen in immer mehr Ländern zu begegnen.

Ob E-Zigaretten oder Ähnliches, gesünder ist es nicht.  SN/APA (dpa/Archiv)/Rainer Jensen
Ob E-Zigaretten oder Ähnliches, gesünder ist es nicht.

Angesichts des weltweit sinkenden Zigarettenkonsums setzen Tabakproduzenten immer stärker auf Ersatzprodukte wie etwa E-Zigaretten, bei denen eine aromatisierte Flüssigkeit erhitzt wird. Auf dem Markt sind in manchen Ländern auch sogenannte Iqos-Zigaretten. Dabei wird der Tabak nicht mehr verbrannt, sondern nur noch erhitzt.

Der Marlboro-Produzent Philip Morris denkt jedenfalls bereits über einen Ausstieg aus dem Geschäft mit herkömmlichen Zigaretten nach. Konzernchef Andre Calantzopoulos äußerte Ende November vergangenen Jahres die Erwartung, dass sich über kurz oder lang alternative Formen des Tabakrauchens durchsetzen werden. Irgendwann könnten die Produzenten zusammen mit Regierungen eine Auslaufperiode für klassische Zigaretten ins Auge fassen. "Ich hoffe, die Zeit wird bald kommen", sagte Calantzopoulos dem britischen Sender BBC Radio 4.

Philip Morris geht davon aus, dass dies deutlich weniger schädlich ist als traditionelle Zigaretten. Bei der Welt-Lungenkrebs-Konferenz vor wenigen Wochen in Wien mit rund 6.000 Teilnehmern war allerdings eindeutig zu hören: Die Tabakkonzerne setzten auch auf die E-Zigaretten, weil es einfach darum gehe, Menschen süchtig zu machen und dadurch einen stabilen Markt zu beherrschen.

Ob E-Zigaretten oder ähnliche Produkte, gesünder sind sie nicht. "Nichts daran ist aber wahr", meinte dazu Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ/Heidelberg), bei der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖPG) Mitte Oktober 2015: "Es sind nur die alten Verführer in neuem Gewand".

Die Expertin hat dazu auch an einem Memorandum des DKFZ mitgearbeitet: "E-Zigaretten sind gesundheitlich bedenklich: Mit jedem Zug inhaliert der Konsument ein Chemikaliengemisch aus Propylenglykol und/oder Glyzerin, Aromen und zumeist Nikotin. Das Aerosol einiger untersuchter E-Zigaretten enthält Kanzerogene." Zwar sei ihre Menge gering, doch bei solchen Gemischen gibt es keinen Schwellenwert, unter dem Unbedenklichkeit anzunehmen ist.

Nur ein Beispiel für die Problematik der E-Zigaretten, wie die deutsche Expertin betonte: "Die kurzfristige Exposition mit Propylenglykol-Nebel löst Atemwegs-Irritationen aus. Auch können manche der verwendeten Aromastoffe als Kontaktallergene wirken." Und dann ist da natürlich das Nikotin. "Es macht abhängig, fördert das Wachstum bestehender Tumore und steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Zudem schädigt Nikotin während der Schwangerschaft das Ungeborene." Ein Risiko bestehe auch für Passivraucher durch die Chemikalien und durch Feinstaub.

Eine andere Herausforderung bedeute die zunehmende Verbreitung des Konsums von Tabak, nikotinfreien "Kräuter"- und Fruchtmischungen, von Melasse-Gel etc. mittels Wasserpfeife. Elektrische Wasserpfeifen sind da ebenfalls en vogue - und letzten Endes sei die E-Zigarette nichts anderes als eine "Shisha to go".

"27 Prozent aller Jugendlichen in Deutschland, 30,5 Prozent der Burschen und 24,5 Prozent der Mädchen, haben schon einmal E-Inhalationsprodukte (E-Zigarette, E-Shisha; Anm.) ausprobiert. Knapp ein Drittel aller Zwölf- bis 17-Jährigen hat schon einmal eine traditionelle Wasserpfeife geraucht, Burschen häufiger als Mädchen", betonte die Expertin. Einer Befragung (2015) in Deutschland nach liegt die Häufigkeit des Gebrauchs innerhalb des vorangegangenen Monats in dieser Altersgruppe immerhin bei zehn Prozent.

Entgegen den oft geäußerten Annahmen filtert Wasser nicht den Rauch. Das Nikotin und die Schadstoffe sind genauso wirksam wie beim sonstigen Tabakrauchen. "Man hat 82 verschiedene schädliche Substanzen im Wasserpfeifenrauch identifiziert, darunter Krebs erzeugende oder dafür im Verdacht stehende Stoffe", sagte Martina Pötschke-Langer.

Quelle: APA

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