Österreich

Auch heuer gibt es Streit um die Schulskikurse

Ausrüster wollten Lehrern, die sich für Wintersportwochen engagieren, 40 Prozent Rabatt auf Ski- und Schuhausrüstung geben. Der Rechnungshof legt sich quer.

Auch heuer gibt es Streit um die Schulskikurse SN/heinz bayer
Symbolbild.

Zum Start in die neue Saison habe es erfreuliche Entscheidungen für die Zukunft von Wintersportwochen gegeben. Bei der Konferenz der Landeshauptleute unter dem Vorsitz von LH Wilfried Haslauer (ÖVP) hätten die Landesregierungschefs einen einstimmigen Beschluss gefasst. Es wurde das Ersuchen an die Bundesregierung formuliert: "Rahmenbedingung, vor allem was die Unterstützung der für Wintersportwochen wichtigen Lehrer/innen betrifft" zu verbessern.

Franz Schenner, Sprecher der Allianz Netzwerk Winter: "Erst vor wenigen Tagen haben die Präsidenten der Seilbahnverbände Deutschland, Österreich und der Schweiz bei ihrer Tagung in Innsbruck zu diesem wichtigen Thema eine gemeinsame Resolution verabschiedet. Und zwar mit dem Ziel den Wintersportnachwuchs von morgen zu fördern und die SchülerInnen mindestens einmal während der Schulzeit eine Woche auf die Piste zu bringen."

"Dafür", so Obmann Franz Hörl, Fachverband der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich, "brauchen wir dringend politische Unterstützung!" Der Wintersport habe in Österreich eine enorme wirtschaftliche Bedeutung und die heimischen Seilbahnunternehmungen bemühten sich seit Jahren intensiv um Kinder und Jugendliche. "Schneesport ermöglicht, dass Jugendliche die Natur in all ihren Facetten erleben, Sport aktiv ausüben. Er dient somit auch der Stärkung der körperlichen Gesundheit. Dass diese Möglichkeiten geboten werden, dafür sind Lehrer und Lehrerinnen notwendig, die sich um die Organisation und Begleitung der Schülerinnen und Schüler," so Hörl.


Um diese Zielgruppe zu motivieren "und ihren Einsatz wertzuschätzen" habe die österreichische Skiindustrie in Absprache mit dem Sportfachhandel eine Aktion für den kommenden Winter geplant, den Lehrerinnen und Lehrern, die sich für Wintersportwochen engagieren, 40 Prozent Rabatt auf Ski- und Schuhausrüstung anzubieten. "Alle, die in diesem Zusammenhang von unnötigen Privilegien oder Bestechungsversuchen ausgehen, sollten wissen, dass Lehrer auf Wintersportwochen ihr eigenes Material benutzen und dafür von der Schule keine Entschädigung bekommen, also quasi das eigene Budget und nicht das Schulbudget belasten", betont Franz Föttinger (Fischer) als Sprecher der österreichischen Ski- und Schuhmarken.

Die Aktion war mit dem Bundesministerium für Bildung abgesprochen. Eine interne Revision des Rechnungshofes in dieser Angelegenheit war noch nicht abgeschlossen. Schenner: "Letzte Woche kam dann der absolute Tiefschlag: Die interne Revision untersagt Lehrerinnen und Lehrern, dieses Angebot anzunehmen, andernfalls würden sie gegen das Dienstrecht verstoßen!"

Schenner weiter: "Wenn der Skisport in Österreich Zukunft haben soll, muss sich einiges ändern. Wir, die vom Wintersport abhängigen Unternehmen mit all ihren Beschäftigten und einer Wertschöpfung von jährlich über sieben Milliarden Euro, erwarten die Unterstützung und Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen um qualitative Schulskikurse in ausreichender Zahl gewährleisten zu können und Wintersportwochen attraktiv zu machen und damit zu forcieren."

Aufgerufen am 22.09.2018 um 03:30 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/auch-heuer-gibt-es-streit-um-die-schulskikurse-937696

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