Österreich

Autobahnlärm: Transitforum schaltete Staatsanwaltschaft ein

Das Transitforum Austria-Tirol (tfA) hat bei der Innsbrucker Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung wegen der angeblichen, bundesweiten "Fehlberechnung von Lärmpegeln entlang des gesamten hochrangigen Asfinag-Straßennetzes" eingebracht. Diese sei "bewusst" und auf "Grundlage" einer ministeriellen Dienstanweisung erfolgt, heißt es in der der APA vorliegenden Sachverhaltsdarstellung.

Diese wurde am 15. Dezember bei der Innsbrucker Anklagebehörde eingebracht. Laut Transitforum soll geprüft werden, ob durch die Fehlberechnung der Lärmpegel der Verdacht der Körperverletzung, der schweren Körperverletzung und der fahrlässigen Körperverletzung erfüllt worden sei.

Die Prüfung beziehe sich "vorrangig" auf die "Ersteller der angeführten Dienstanweisung", so das Transitforum in einer Aussendung am Montag. Die Organe der Asfinag seien zwar "seit Jahren wissende Organe dieser Ungeheuerlichkeit", letztlich seien sie aber dem Eigentümervertreter, also dem Verkehrsministerium, verpflichtet.

Verantwortlich seien die jeweiligen Ressortzuständigen samt ihrem "engsten, mit dieser Dienstanweisung befassten Mitarbeiterstab". Und zwar dafür, dass der betroffenen Bevölkerung entlang der Inntal- (A12), der Brennerautobahn (A13) und der Arlberg Schnellstraße (S16) der notwendige Schutz vor Lärm durch falsche Lärmberechnung "wissentlich und fahrlässig" versagt werde, lautet die Argumentation des Transitforums, das festhielt, dass die genannten Straßen nur "beispielhaft" seien. "Die falsche Lärmberechnung erstreckt sich auf das 2.200 Kilometer lange hochrangige Straßennetz der Asfinag im gesamten Bundesgebiet", hieß es.

Die Asfinag hat ihre angewandte Lärmmessungs-Methode verteidigt. Die Lärmuntersuchungen würden nach "hohen international anerkannten Qualitätsstandards" erfolgen, teilte der Autobahnerhalter am Montag in einer Aussendung mit.

Die Methode entspreche dem Stand der Technik. Basierend auf einem rechnerischen Modell könne ein realistisches Bild der Lärmsituation, das vergleichbar und objektiv sei, erstellt werden, hieß es. Einzeln gemessene Schallpegel - wie sie das Transitforum vorschlage - würden dagegen nur eine Momentaufnahme darstellen. Ein objektiver Vergleich mit den relevanten Grenzwerten sei somit nicht möglich.

Quelle: APA

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