Österreich

Baby tragen statt schieben: Tragehilfen problematisch

Babys möglichst oft nah am Körper zu tragen liegt im Trend. Aber nicht alle Babytragen und Tragetücher sind empfehlenswert: Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 15 Produkte getestet. Viele seien gut, vier fielen allerdings glatt durch. Kritisiert wurden u.a. umständliche Handhabung, ungeeignete Konstruktionen und Schadstoffe.

Das Baby nahm am Körper zu tragen liegt im Trend SN/APA (AFP)/JIM WATSON
Das Baby nahm am Körper zu tragen liegt im Trend

Grundsätzlich können Eltern aus drei Varianten wählen: Tragetücher sind gewebt oder gestrickt, müssen vor jedem Tragen neu gebunden und können mit einer Vielzahl von Wickeltechniken verwendet werden. Vollschnallen-Tragen werden wie ein Rucksack angelegt und mit Gurten gesichert. Halbschnallen-Tragen sind eine Mischung aus beidem.

Neun Modelle - die Ergebnisse finden sich in der Februar-Ausgabe des Magazins "Konsument" - wurden für "gut" befunden, darunter drei Vollschnallen- und zwei Halbschnallen-Tragen sowie alle vier Tragetücher. Aber: "Auch bei Tragehilfen gibt es Modelle, die verheerende Sicherheitsmängel aufweisen", warnten die Konsumentenschützer. In manchen sitzen Babys nicht optimal. Bei zwei untersuchten Tragen könnten "die Schultergurte in Rückenposition von den Schultern rutschen. Das Kind kann dann ungebremst zu Boden stürzen". Zwei Produkte fielen durch, weil Formaldehyd oder ein laut VKI ungeeignetes Flammschutzmittel gefunden wurden. Insgesamt wurden ein "durchschnittlich", ein "weniger zufriedenstellend" und vier "nicht zufriedenstellend" vergeben.

"Getragene Babys weinen nachweislich weniger", sagte Viktoria Kindermann, Leiterin der Trageschule Wien. In der richtigen Haltung könne der Nachwuchs theoretisch rund um die Uhr getragen werden. Einsteiger sollten langsam anfangen und Muskeln aufbauen. Von den drei zur Auswahl stehenden Systemen sei prinzipiell keines besser als das andere und die Entscheidung letztlich Geschmacksache. "Auf die Passform kommt es an." Beim Kauf solle man sich daher von einer Fachkraft beraten lassen.

Quelle: APA

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