Österreich

Baby zu Tode geschüttelt: Prozess in Linz vertagt

Der Prozess gegen einen 36-Jährigen, der seine drei Monate alte Tochter zu Tode geschüttelt haben soll, ist am Mittwoch in Linz vertagt worden. Das gerichtsmedizinische Gutachten wird noch ergänzt und eine Krankenschwester soll als Zeugin aussagen. Am 17. April wird weiterverhandelt. Dem Pakistani drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Der Mann soll seine neugeborene Tochter getötet haben SN/APA/KERSTIN SCHELLER
Der Mann soll seine neugeborene Tochter getötet haben

Der Fall liegt bereits mehr als drei Jahre zurück. Der Vater des toten Babys sei wenige Tage nach der Einlieferung des Säuglings ins Spital "verschwunden", wie die Staatsanwältin ausführte. Erst am 19. November des vergangenen Jahres wurde der mit Europäischem Haftbefehl Gesuchte in Triest geschnappt und nach Oberösterreich ausgeliefert, wo er seitdem in U-Haft sitzt.

Er soll schon wenige Tage nach der Geburt der Tochter am 25. Juli 2016 angefangen haben, die Kleine zu schütteln, in die Luft und Richtung Mutter zu werfen. Am 4. Oktober erlitt das Baby nach einem solchen Übergriff laut Anklage einen Atem- und Kreislaufstillstand. Weil die Kleine "Arme und Beine unnatürlich angespannt und einen starren Blick gehabt hat", brachten die Eltern sie ins Spital. Sie konnte zwar reanimiert werden, starb aber am 27. Oktober.

Die Mutter, eine Rumänin, belastete ihren ehemaligen Lebensgefährten. Nach der Geburt der Tochter zog das Paar 2016 in eine leer stehende Wohnung in Linz. Erst nach zwei Wochen hätten sie eine Couch bekommen, bis dahin schliefen sie auf dem "nackten Boden", berichtete der Angeklagte. Das Baby habe aber auf einer kleinen Matratze gelegen, meinte er auf Nachfrage des Richters. Dass ein Nachbar die Polizei alarmierte, weil der Pakistani sein Freundin geschlagen habe, stritt der 36-Jährige ebenso ab wie die Misshandlungen seiner Tochter.

Quelle: APA

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