Österreich

Bankdirektor soll in OÖ eine Million Euro veruntreut haben

Im Innviertel soll ein ehemaliger Leiter einer Bankfiliale mit fingierten Konten mehr als eine Million Euro veruntreut haben. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, dürfte der 51-Jährige laut einer Anklage der Staatsanwaltschaft Wels auf die Namen seiner Ex-Lebensgefährtin, einer Bekannten, des Freundes seiner Tochter und seiner Ex-Frau Kreditkonten eröffnet haben - und zwar ohne deren Wissen.

Der Mann dürfte damit gegen die Bankvorschriften verstoßen haben, die Geldgeschäfte für enge Familienangehörige verbiete. Das Geld dürfte der Verdächtige in die eigene Tasche gesteckt haben. Damit die Transaktionen nicht auffallen, soll der Mann auch Kontoauszüge durch Änderungen in der EDV zu sich umgeleitet haben. Außerdem soll der Bankdirektor einem befreundeten Unternehmer Kredite genehmigt haben, obwohl er von der prekären wirtschaftlichen Situation des Geschäftsmannes gewusst hat.

Auch dabei habe er gegen bankinterne Richtlinien verstoßen. Um das zu vertuschen, sollen die Kredite auf den Namen der Mutter des Unternehmers und seiner Stieftochter abgeschlossen worden sein - ohne Sicherheiten und mit gefälschten Lohnbestätigungen. Das Geld - immerhin 350.000 Euro - soll dann aber auf das Konto des Geschäftsmannes geflossen sein. Gebracht hat der "Zuschuss" letztendlich allerdings nichts, der Unternehmer ist mittlerweile insolvent.

Als seine Machenschaften durch eine Innenrevision aufzufliegen drohten, quittierte der 51-Jährige den Dienst. Er war laut "Kronen Zeitung" bisher nur teilweise zu den Vorwürfen geständig. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Wann und wo der Prozess gegen den Mann stattfinden wird, ist noch unklar. Neben ihm sind auch der Unternehmer und einige von dessen Familienmitgliedern angeklagt.

Quelle: APA

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