Österreich

Belegung in Wiener Spitälern scheint sich zu stabilisieren

Es ist zwar noch kein Trend, aber fällt auf: Nach wochenlangem Anstieg wurden diesen Dienstag in Wiens Spitälern noch so viele Corona-Erkrankte wie noch nie behandelt, in den zwei Tagen danach sind die Zahlen sowohl auf den Intensiv- als auch auf den normalen Stationen leicht zurück gegangen. Ein Sprecher des Wiener Gesundheitsverbundes hält eine Stabilisierung der Zahlen für möglich, aber warnte am Donnerstag vor zu viel Optimismus: "Dafür ist es noch zu früh."

Von Entspannung zu sprechen, noch zu früh SN/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER
Von Entspannung zu sprechen, noch zu früh

Weiters führte der Sprecher im APA-Gespräch aus: "Wir haben gerade einmal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen leichte Rückgänge. Da würden wir uns nicht getrauen, von einer Entspannung der Lage zu sprechen. Wir müssten über einen längeren Zeitraum sehen, dass die Zahlen zurück gehen. Man kann aber sagen: Die Zahlen scheinen sich zu stabilisieren."

Insgesamt müssen laut Daten des Gesundheits- und Innenministeriums mit Stand Donnerstag 757 Menschen aufgrund von Covid-19 im Krankenhaus betreut werden, um fünf weniger als am gestrigen Mittwoch bzw. aber immer noch um 34 mehr als noch vor einer Woche (plus 4,7 Prozent). Von den hospitalisierten Personen benötigen 223 Menschen intensivmedizinische Betreuung, um zwei mehr als am Mittwoch und um acht mehr als noch vor einer Woche (plus 3,7 Prozent).

Am Dienstag, dem bisherigen Höchststand seit Beginn der Pandemie, befanden sich insgesamt 783 Menschen aufgrund einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus, davon benötigten 233 intensivmedizinische Betreuung. Auffällig ist auch der Blick auf den Wochenvergleich: Nach starken zweistelligen Zuwächsen über eine längere Zeit hinweg, liegt das Plus derzeit im einstelligen Bereich.

Dazu der Gesundheitsverbund-Sprecher: "Was man schon sagen kann: Wenn die Zahlenlage an noch ein paar aufeinanderfolgenden Tagen so ist, ist es eine hoffnungsvolle Entwicklung. Aber jetzt kann man das noch nicht ablesen - noch dazu bei dem Stand, wo wir jetzt sind und einen hohen Belag in den Intensivbereichen haben."

Mit Blick auf den Lockdown in Wien, Niederösterreich und Burgenland, der seit Gründonnerstag (1. April) in Kraft ist, meinte der Sprecher: "Wir hoffen natürlich schon, dass wir die Maßnahmen, die für die Ostregion beschlossen worden sind, in der nächsten Woche mit einer Entspannung in der Belagszahl im Spital spüren." Zumindest sei es bei der "Wildvariante" des Virus der Fall gewesen, dass gesetzte Maßnahmen wie Lockdowns einer Verzögerung von zehn bis 14 Tage Wirkung auf die Situation in den Krankenhäusern gezeigt hätten.

Trotz des leichten Rückgangs wird auch mit Blick auf die Prognose weiter an der Mobilisierung weiterer Bettenkapazitäten geplant. Damit einher gehen würde auch eine weitere Reduktion von Leistungen gehen - wie das schon in der Vergangenheit beispielsweise in Form von Verschiebung von Operationen der Fall gewesen ist. Nun gibt es auch eine Zahl, die den Umfang veranschaulicht: Laut "Standard" und "Krone" wurden alleine vergangene Woche 550 Operationen verschoben. Das bestätigte der Gesundheitsverbund-Sprecher und verwies dabei darauf, dass vergangene Woche auch 2.000 Eingriffe durchgeführt worden sind.

Mit Blick auf die Statistik in Wien lässt sich noch kein auffälliger Rückgang feststellen, das Infektionsgeschehen bleibt weiterhin hoch. Laut Daten des medizinischen Krisenstabes der Stadt gibt es mit Stand Donnerstag 1.113 neue Fälle, darin enthalten sind auch Nachmeldungen der vergangenen Tage.

Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie in der Bundeshauptstadt 122.015 positive bestätigte Testungen und 1.980 Todesfälle aufgrund von bzw. an den Folgen von Covid-19 dokumentiert. In den vergangenen 24 Stunden gab es dabei acht Todesfälle zu beklagen. Wieder gesund sind 110.545 Personen.

Am gestrigen Mittwoch wurden in Wien 64.796 Corona-Testbefunde eingemeldet, davon 45.287 PCR-Tests und 19.509 Antigen-Schnelltests. Der Anteil der britischen Variante (B.1.1.7) am Wiener Infektionsgeschehen ist unterdessen leicht gesunken. Er liegt nunmehr bei 92 Prozent, hieß es beim Krisenstab auf APA-Nachfrage.

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