Österreich

Bereits mehr als 8800 Corona-Fälle in Österreich

Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Österreich lag am Montag (Stand: 8 Uhr) bei 8813. Mindestens 89 Menschen starben bisher an den Folgen einer Infektion, in Salzburg gab es bisher sieben Todesfälle. Mindestens 479 Personen waren inzwischen wieder genesen.

Geringster täglicher Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen SN/APA (dpa)/Sven Hoppe
Geringster täglicher Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen

Die meisten Fälle gab es Montagfrüh in Tirol (2001), gefolgt von Oberösterreich (1509), Niederösterreich (1386), Wien (1116) und der Steiermark (929). Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) will die täglichen Zuwachszahlen in den niedrigen einstelligen Bereich drücken, hatte er am Freitag bekräftigt.

Bisher wurden in Österreich 49.455 Tests durchgeführt (Stand: Montag 8.00 Uhr).

Die mindestens 89 Todesfälle verteilen sich wie folgt nach Bundesländern: drei im Burgenland, zwei in Kärnten, 19 in Niederösterreich, sieben in Oberösterreich, 19 in der Steiermark, zehn in Tirol, einer in Vorarlberg und 21 in Wien.

Im Bundesland Salzburg, wo sich bisher 838 Personen mit SARS-CoV-2 infiziert haben, wurden am Wochenende drei weitere Todesfälle gemeldet. Eine 70-jährige Frau und ein 85-jähriger Mann sind am Sonntag auf der Covid-Station des Uniklinikums Salzburg verstorben. Eine 87-jährige Frau war nach Angaben des Uniklinikums am Samstag ebenso an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

839 Erkrankte befanden sich dem Krisenstab im Innenministerium zufolge am Samstag in einem Spital, davon 135 auf einer Intensivstation. Am Freitag hatten sich 800 Infizierte in Krankenhäusern befunden, davon 128 auf einer Intensivstation. Allerdings wurden am Samstag bereits 410 Personen als genesen ausgewiesen - um 185 mehr als am Freitag.

Das Gesundheitsministerium wies Vorwürfe aus den Oppositionsparteien, die täglichen Tests auf SARS-CoV-2 hätten im Verlauf der vergangenen Woche von knapp 5000 auf 3200 abgenommen, mittlerweile zurück. Diese Behauptung stimme nicht. "Viele neue kleine Labors, die seit kurzem neu Testungen durchführen, sind noch nicht per Schnittstelle mit dem elektronischem Erfassungssystem verbunden", hieß es aus dem Ministerium.

Das Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) - mit 1763 Betten das größte Krankenhaus Österreichs - verfügt indes ab kommender Woche über drei Corona-Stationen. Das teilte Nina Brenner-Küng, interimistische Leiterin der Unternehmenskommunikation des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), der APA mit.

Demnach wurden am AKH in den vergangenen Tagen drei Stationen geräumt, die Patienten auf andere Stationen verlegt und Umbauarbeiten vorgenommen, um für Covid-19-Erkrankte gerüstet zu sein. Es mussten etwa zusätzliche Lüftungssysteme und Unterdruckvorrichtungen installiert werden.

Stationär aufgenommen werden dort ausschließlich Patienten, die an Krankheiten oder Gebrechen leiden, die nur im AKH behandelt werden können, weil es dort die nötige medizintechnische Infrastruktur gibt, und die zusätzlich positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Für eigentliche Corona-Patienten sei das AKH vorerst weiter nicht vorgesehen, betonte Brenner-Küng. Diese würden weiterhin primär im Kaiser-Franz-Josef-Spital (SMZ Süd) versorgt. Zusätzliche Kapazitäten gibt es im Wilhelminenspital, im Krankenhaus Hietzing und im Donauspital (SMZ Ost).

Zwei Quantenphysiker und ein Mathematiker sprechen sich unterdessen für eine Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie in Österreich aus. Notwendig sei etwa die Einführung einer Schutzmaskenpflicht im öffentlichen Raum und ein striktes Durchsetzen des "Social Distancing", appelliert der Quantenphysiker Hanns-Christoph Nägerl von der Uni Innsbruck in einem Offenen Brief an Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (ÖVP).

Erkrankter Wiener Arzt: Patient negativ getestet

Jener Wiener Patient, der vorübergehend im Verdacht stand, einen Lungenfacharzt mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, ist negativ getestet worden. Das teilte ein Sprecher des Wiener Krisenstabs am Samstag der APA mit. Zuvor war im Raum gestanden, der Betroffene habe eine Covid-Erkrankung vorsätzlich verheimlicht.

Der Arzt war davon ausgegangen, sich bei diesem Patienten angesteckt zu haben und hatte den Fall bei den Gesundheitsbehörden angezeigt. Der Mediziner hatte vermutet, dass der Betroffene ihn getäuscht und sich fälschlicherweise als nicht infiziert ausgegeben habe.

Der Patient war zuvor im AKH untersucht worden, wo eine bakterielle Erkrankung diagnostiziert und keine Veranlassung für einen Test auf SARS-Cov-2 gesehen wurde. Anschließend hatte sich der junge Mann in die Ordination des Facharztes begeben.

Linzer HTL-Schüler im Skikurs in Bad Gastein infiziert

Bereits 17 Personen - 16 Schüler und ein Lehrer - sind nach einem Skikurs der HTL Paul Hahn Linz in Bad Gastein positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt 53 Schüler waren in dem Salzburger Ort mit dabei. Die Testergebnisse der anderen Beteiligten standen noch aus. Die Zahl der Erkrankten innerhalb der Gruppe hat sich damit um sieben Menschen erhöht.

Sieben positiv Getestete kamen aus dem Bezirk Freistadt, vier der Infizierten stammten aus Linz, darunter auch der Lehrer. Vier infizierte Schüler waren aus dem Bezirk Perg, zwei aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung. Der Skikurs der HTL dauerte bis kurz vor Schließung der Schulen, daher "kam es nach derzeitigem Stand zu keinen Kontakten von Schülern und Lehrkräfte des Schulskikurses mit anderen Personen der HTL", informierte das Land Oberösterreich Freitagabend.

In der Neuen Mittelschule Schwertberg (Bezirk Perg) stieg die Zahl der Corona-Fälle von 23 auf 30. Davon betroffen sind sowohl Schüler wie auch Lehrer. Im Seniorenheim St. Georgen an der Gusen im selben Bezirk sind vorerst 159 Menschen getestet worden. Davon waren 13 Personen positiv, damit stieg die Zahl im Vergleich zu den zuletzt bekannten Fällen um zwei. Auch im Kindergarten Mauthausen wurden 25 Tests vorgenommen. Die Ergebnisse hierzu standen noch aus.

Liveblog zur Coronakrise:

Quelle: APA

Aufgerufen am 03.04.2020 um 09:30 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/bereits-mehr-als-8800-corona-faelle-in-oesterreich-85497553

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