Österreich

Bis zu 39 Zentimeter Neuschnee in Österreich

Am Wochenende ist der Winter vorübergehend nach Österreich zurück gekehrt. Es fiel sogar bis in die ganz tiefen Lagen wie Wien Schnee. Bei der Messstation Hohe Warte (198 Meter Seehöhe) gab es laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) fünf Zentimeter Neuschnee. Am meisten Neuschnee gab es mit 39 Zentimeter beim Sonnblick-Observatorium (3.106 Meter Seehöhe, Salzburg). Die Folge der Witterung waren auch zahlreiche Verkehrsunfälle. Kommende Woche wird es wärmer.

Der Winter ist auch in Salzburg zurück, wie dieses Foto von Maria Stummvoll aus dem „Schöne Heimat“-Fotoblog zeigt. SN/schöne heimat/stumvoll
Der Winter ist auch in Salzburg zurück, wie dieses Foto von Maria Stummvoll aus dem „Schöne Heimat“-Fotoblog zeigt.

Am Sonnblick beträgt die Schneehöhe aktuell 224 Zentimeter. Beim Alpinzentrum Rudolfshütte (2.317 Meter Seehöhe, Salzburg) sind in den vergangenen 24 Stunden 20 Zentimeter Neuschnee dazu gekommen, am Feuerkogel (1.618 Meter Seehöhe, Oberösterreich) 15 Zentimeter. Auf der Villacher Alpe (2.117 Meter Seehöhe, Kärnten) waren es zwölf Zentimeter. Bei der ZAMG-Wetterstation bei der Bergstation der Rax-Seilbahn (1.547 Meter Seehöhe, Niederösterreich) wurden fünf Zentimeter Neuschnee gemessen.

Auch tiefere Lagen zeigten sich in weiß: Laut den vorliegenden ZAMG-Daten fielen etwa in Kremsmünster (382 Meter Seehöhe, Oberösterreich) sieben Zentimeter, in Allentsteig (599 Meter Seehöhe, Niederösterreich) acht Zentimeter, in St. Pölten (274 Meter Seehöhe, Niederösterreich) zwei Zentimeter und in St. Johann im Pongau (634 Meter Seehöhe, Salzburg) sechs Zentimeter. In Preitenegg (1.034 Meter Seehöhe, Kärnten) wurden fünf Zentimeter gemessen, in Reutte (850 Meter Seehöhe, Tirol) vier Zentimeter. In Wiener Neustadt (275 Meter, Niederösterreich) war es immerhin ein Zentimeter Neuschnee.

Die Witterungsverhältnisse führten auch zu mehreren Unfällen. Schneefahrbahnen verursachten Probleme, Feuerwehren wurden zu Fahrzeugbergungen alarmiert.

In Niederösterreich, in der Semmering-, Wechsel- und Rax-Region ereigneten sich einige Unfälle, wie etwa der FF-Kommandant des Bezirks Neunkirchen, Josef Huber berichtete. Großteils dürfte es bei Blechschäden geblieben sein. Teilweise galten laut Polizei Schneekettenpflicht für Lkw und Fahrverbote für Sattelkraftfahrzeuge. In Waidhofen an der Thaya landeten Autos im Straßengraben.

In Salzburg hat eine 20-jährige Lenkerin aus Kärnten in der Nacht auf Sonntag auf der B99 in Tweng (Lungau) aufgrund der Schneeverhältnisse die Kontrolle über ihr Auto verloren und ist rund 30 Meter über eine steile Böschung gestürzt. Die Frau wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus Tamsweg eingeliefert. Der Wagen landete in einem steilen Waldstück, die Bergung des Unfallopfers und des total beschädigten Fahrzeugs dauerte zwei Stunden. In Leogang im Pinzgau geriet ein 32-jähriger Lenker aus dem Bezirk Kitzbühel, dessen Wagen schon Sommerreifen hatte, ins Schleudern. Der Pkw touchierte die Leitschiene sowie eine Mauer und kam anschließend auf dem Dach liegend in einem Bach zum Stillstand. Der Mann konnte sich selbstständig aus dem Fahrzeug befreien, er wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus nach Zell am See gebracht. Am Pkw entstand Totalschaden.

Auch in Tirol ereigneten sich Unfälle. In Kirchberg (Bezirk Kitzbühel) kam ein stark alkoholisierter Österreicher von einer Bergstraße ab, durchbrach die Leitschiene und wurde auf der steilen Böschung erst nach rund 40 Meter von einem Baum "gebremst". Nachdem der Pkw von der Feuerwehr Kirchberg gesichert und ein weiteres Abrutschen verhindert werden konnte, wurde der eingeklemmte Lenker befreit, erstversorgt und ins Spital gebracht. In Scharnitz (Bez. Innsbruck-Land) kam ein 32 Jahre alter Deutscher von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Der Polizei gegenüber gab er an, ins Schleudern geraten zu sein, als er aufgrund der Schneefahrbahn abgebremst habe. Der Unfall ereignete sich unmittelbar nach der Ausfahrt aus dem Porta-Claudia-Tunnels. Der Pkw-Lenker wurde bei dem Überschlag schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Die B 177 war während der Erstversorgung und der Unfallaufnahme rund zwei Stunden lang für den gesamten Verkehr gesperrt.

Laut Thomas Wostal von der ZAMG sind Kaltlufteinbrüche typisch für April. In den vergangenen Jahren gab es in jedem April zumindest in einigen Regionen Österreichs selbst unter 800 Meter Seehöhe noch Neuschnee. In den ganz tiefen Lagen Österreichs, wie in Wien, sei Schnee im April jedoch relativ selten und kommt nur alle paar Jahre vor. Zuletzt gab es in Wien an der Wetterstation Hohe Warte in diesem Monat am 8. April 2021 eine Schneedecke (zwei Zentimeter), zuvor am 3. April 2013 (sechs Zentimeter) und am 20. April 1997 (fünf Zentimeter). Die höchste Schneehöhe in einem April wurde hier (Wetterstation Wien Hohe Warte) am 3. April 1996 mit 18 Zentimeter gemessen.

Kommende Woche soll es mit dem Winter in Österreich jedoch vorbei sein. Laut ZAMG-Prognose wird es wieder etwas frühlingshafter. Zwar bleibt das Wetter wechselhaft und es regnet auch, doch zumindest die Temperaturen klettern wieder nach oben. Gegen Ende der Woche werden Maximalwerte von bis zu 20 Grad Celsius erwartet, kündigte ZAMG am Sonntag in ihrer Prognose an. Auch die Sonne wird sich zeigen.

Aufgerufen am 19.05.2022 um 03:30 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/bis-zu-39-zentimeter-neuschnee-in-oesterreich-119377303

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