Österreich

Brunnenmarkt-Bluttat: Lösungsvorschläge nach Soko-Kritik

Nach der Bluttat am Wiener Brunnenmarkt vom Anfang Mai diesen Jahres gibt es nun erste Lösungsvorschläge, wie die Kommunikation innerhalb von Behörden und zwischen Institutionen verbessert werden kann, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern. Ein 21-jähriger Obdachloser, der als psychisch auffällig bereits bekannt war, hatte am 4. Mai mit einer Eisenstange eine Frau erschlagen.

Brunnenmarkt-Bluttat: Lösungsvorschläge nach Soko-Kritik SN/APA/HERBERT P. OCZERET
Im Mai wurde am Brunnenmarkt eine Frau erschlagen.

Eine vom Innenministerium eingesetzte Sonderkommission hatte Anfang dieser Woche in einem Zwischenbericht systemische Kommunikationsprobleme innerhalb der Institutionen und zwischen den Behörden konstatiert, die mit dem 21-Jährigen bereits vor der Bluttat zu tun gehabt hatten. Im ORF-Ö1-Morgenjournal schlug nun der Leiter der Rechtssektion im Innenministerium, Mathias Vogl, vor, dass bereits zu einem frühen Zeitpunkt - kurz nachdem eine Tat verübt wurde -, ein Eintrag im kriminalpolizeilichen Aktenindex vorgenommen wird, damit andere Dienststellen der Polizei früher leichter zu entsprechenden Informationen gelangen. Im Fall des 21-jährigen Kenianers gab es vor der Bluttat zwei weitere Attacken mit Eisenstangen. Von diesen hatte die Polizeiinspektion Brunnenmarkt, die öfters mit dem Verdächtigen zu tun hatte, aber nichts erfahren, weil sie im Bereich anderer Inspektionen verübt worden waren.

Vogl plädierte außerdem dafür, insbesondere bei Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt kommen und wie im Fall des 21-Jährigen obdachlos geworden sind, eine Vernetzungsplattform einzurichten. Dieses soziale Netzwerk sollte "nicht nur aus Einzelsichtweisen" bestehen. Dabei sollten sich vor allem Polizei- und Justizbehörden mit Sozialarbeitern und Bewährungshelfern vernetzen.

Quelle: APA

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