Österreich

Caritas-Präsident: "Grundwasserspiegel der Nächstenliebe ist sehr gut"

Die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge steht ein Jahr nach dem großen Zustrom nicht mehr im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Aber viele kleine Initiativen leisten sehr viel. Umso mehr stechen andere politische Defizite ins Auge.

Caritaspräsident Michael Landau will mit seinem Buch "Solidarität" zur Menschlichkeit anstiften. Ein SN-Gespräch über das gute Österreich und eine Notstandsverordnung ohne Notstand.

SN: Warum weichen Ihre persönlichen Wahrnehmungen gesellschaftlicher Zustände oft so stark von den Ängsten ab, die in der Bevölkerung verbreitet sind?
Landau: Ich versuche, an die Ränder der Gesellschaft zu gehen. Dort sehe ich, wie viel an Veränderung zum Guten möglich ist. Gleichzeitig zeigt sich dort, wie viel gesellschaftliches Engagement in unserem Land da ist, oft im Verborgenen. Österreich hat einen guten Grundwasserspiegel der Nächstenliebe.
SN: Sie sind mit der Solidarität in Österreich zufrieden?
Ja, die sehen wir Tag für Tag. Allein seit Anfang September 2015 haben sich bei uns rund 15.000 Freiwillige neu gemeldet, zusätzlich zu den 40.000, die wir schon hatten. Sie arbeiten mit älteren Menschen, in Einrichtungen für Wohnungslose, in Lerncafés, im Hospiz. Die Pfarrgemeinden sind hier oft so etwas wie Kraftwerke der Solidarität, ebenso wie viele Klöster und Stifte.

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