Österreich

Corona-Infektionen mit 38.361 Fällen weiter auf Rekordkurs

Ein neuer Rekord - jedenfalls für einen Freitag - ist bei den täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht worden. Innen- und Gesundheitsministerium vermeldeten 38.631 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden. Das lag zwar unter den 43.053 vom Vortag - diese jedoch hatten mehr als 6.000 Nachmeldungen enthalten. Darum bereinigt gab es am Freitag noch einmal um rund 1.500 mehr bestätigte Fälle als am Donnerstag und damit ein Allzeit-Hoch in der Pandemie.

 SN/APA/ROLAND SCHLAGER

Der Sieben-Tages-Schnitt bei den Neuinfektionen liegt somit mit 30.423 nunmehr über der markanten 30.000er-Grenze, die Sieben-Tages-Inzidenz (Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner, Anm.) beträgt mittlerweile 2.384,1.

19 weitere Todesfälle sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus in den vergangenen 24 Stunden dazugekommen, die Gesamtzahl der Covid-Toten in Österreich ist damit auf 14.061 gestiegen. In der abgelaufenen Woche wurden 88 Todesfälle registriert. Pro 100.000 Einwohner sind seit Beginn der Pandemie 157,4 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben.

Am Freitag gab es in Österreich den Rekordwert von 282.996 bestätigten aktiven Fälle, um 15.005 mehr als am Tag zuvor. Das sind bereits beinahe so viele aktuell Infizierte wie das gesamte Burgenland Einwohner hat. Laut Statistik Austria lebten am 1. Jänner 2021 im Burgenland 296.010 Menschen.

Die effektive Reproduktionszahl ist laut Update der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der TU Graz leicht zurückgegangen. Sie betrug nunmehr 1,21 nach 1,29 in der vergangenen Woche. Das bedeutet, dass 100 Infizierte statistisch gesehen derzeit 121 weitere Menschen mit dem Coronavirus anstecken. Die R-Zahl liegt in allen Bundesländern weiter über dem kritischen Wert von 1. Auch Anzahl der täglich neudiagnostizierten Fälle ist in allen Bundesländern auf einem erhöhten Niveau, konstatierten die Experten.

Deutliche Zuwächse - wenn vorerst auch nicht im intensivmedizinischen Bereich - gibt es auch bei den hospitalisierten Covid-Fällen. Um immerhin 80 Covid-Patientinnen und -Patienten mehr als am Vortag befanden sich am Freitag in Spitalsbehandlung, ihre Gesamtzahl ist inzwischen wieder auf 1.395 angewachsen. Das sind bereits um ein Viertel mehr als noch vor einer Woche, in diesen sieben Tagen kamen 287 Infizierte in den Spitälern hinzu. In Wien mussten mit einem Plus von 40,6 Prozent bzw. zusätzlichen 125 Patienten seit vergangenem Freitag vor Niederösterreich mit einem Plus von 39,6 Prozent bzw. zusätzlichen 57 Patienten die meisten weiteren Coronavirus-Erkrankten stationär aufgenommen werden. 183 Menschen wurden am Freitag österreichweit auf Intensivstationen betreut, ein Plus von drei gegenüber Donnerstag. Innerhalb einer Woche ist die Zahl der Schwerkranken um 16 zurückgegangen.

Gleich vier Bundesländer verzeichneten am Freitag Rekordwerte bei den Infektionen. Das Burgenland mit 1.160 (bisher 769), Oberösterreich mit 6.704 (bisher 5.967), die Steiermark mit 5.874 (bisher 4.802) und Vorarlberg mit 1.823 (bisher 1.591). Insgesamt die meisten Neuinfektionen seit Donnerstag meldete Wien. Die Bundeshauptstadt war mit 9.599 neuen Fällen binnen 24 Stunden beinahe fünfstellig. Allerdings wird in Wien auch mit Abstand am meisten getestet - allein in den vergangenen 24 Stunden wurden hier 23.792 PCR-Tests pro 100.000 Einwohner analysiert.

Niederösterreich meldete 5.649 neue Fälle. Hier wurden in den vergangenen 24 Stunden in Relation zur Bevölkerung mit nur 3.337 PCR-Tests pro 100.000 Einwohner die wenigsten Analysen durchgeführt. In Tirol kamen seit Donnerstag 3.159 Neuinfektionen hinzu, in Salzburg 2.572 und in Kärnten 2.091.

Wien war am Freitag auch das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz, sie stieg in der Bundeshauptstadt auf bereits 3.011,2 an. Es folgten Tirol mit 2.899,2, Salzburg mit 2.736,5 sowie Vorarlberg mit 2.353,2. Dahinter reihten sich Oberösterreich (2.265,6), die Steiermark (2.090,6), Kärnten (1.942), Niederösterreich (1.931,5) und das Burgenland (1.626).

Österreichweit wurden in den vergangenen 24 Stunden 979.513 PCR- und Antigen-Schnelltests eingemeldet. Davon waren 764.256 aussagekräftige PCR-Tests, von denen fielen 5,1 Prozent positiv aus. Im Schnitt wurden in der vergangenen Woche täglich knapp 688.000 PCR-Analysen durchgeführt, die Positiv-Rate lag bei 4,4 Prozent.

Am Donnerstag wurden österreichweit 29.972 Impfungen durchgeführt. Insgesamt haben laut den Daten des E-Impfpasses 6.742.953 Personen bereits zumindest eine Impfung erhalten. Exakt 6.467.136 Menschen und somit 72,4 Prozent der Österreicher verfügen über einen gültigen Impfschutz.

Die Impfraten nach Altersgruppen: Für Kinder bis elf Jahre werden 11,6 Prozent ausgewiesen, bei den Zwölf- bis 24-Jährigen haben 69,7 Prozent ein gültiges Impfzertifikat, in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre beträgt die Rate 72,9 Prozent und bei den 35- bis 44-Jährigen 76 Prozent.

77,8 Prozent der Personen zwischen 45 und 54 Jahren sind mit Zertifikat nachweisbar gegen Covid-19 geschützt, 84,9 Prozent in der Gruppe 55 bis 64. Die 65- bis 74-Jährigen weisen eine Quote von 88,4 Prozent auf, die 75- bis 84-Jährigen 90,5 Prozent und die Gruppe 85plus 85,8 Prozent.

Am höchsten ist die Schutzrate (gültiges Impfzertifikat) im Burgenland mit 78 Prozent. In Niederösterreich haben 74,2 Prozent der Bevölkerung einen validen Impfschutz, in der Steiermark 72,3 Prozent. Nach Wien (71,4), Tirol (71), Vorarlberg (69,2), Salzburg (69,2) und Kärnten (69) bildet Oberösterreich das Schlusslicht mit 68,1 Prozent.

Aufgerufen am 18.05.2022 um 06:16 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/corona-infektionen-mit-38-361-faellen-weiter-auf-rekordkurs-116198197

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