Österreich

Coronamaßnahmen greifen: Zahl der Neuinfektionen leicht rückläufig

Auch andere Parameter stimmen positiv. Die Polizei überprüft das Einhalten der Sperrstunden mit Tausenden Schwerpunktkontrollen.

Coronamaßnahmen greifen: Zahl der Neuinfektionen leicht rückläufig. SN/christian Sprenger
Coronamaßnahmen greifen: Zahl der Neuinfektionen leicht rückläufig.

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen ist leicht rückläufig. Österreichweit meldete das Innenministerium am Sonntag 662 Neuerkrankungen. Dem stehen 435 Neugenesene gegenüber. Die höchsten Zahlen wurden wieder in Wien (279) und Niederösterreich (109) verzeichnet. Die Reproduktionszahl liegt erstmals wieder bei 1,0. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist auf 41,9 gefallen, in der Woche von 17. bis 23. September lag diese noch bei 54,8.

Im Büro des grünen Gesundheitsministers Rudolf Anschober spricht man von einer Stabilisierung auf hohem Niveau. "Die Neuinfektionen sind nach wie vor deutlich zu hoch. Wir haben in den vergangenen beiden Wochen große neue bundesweite Maßnahmen beschlossen, die ab der ersten Oktoberhälfte schrittweise zur Absenkung der täglichen Neuinfektionen führen sollten", betont Anschober.

Verglichen mit Coronahotspots liegt Österreich deutlich besser: Israel hat 449 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, Spanien 164, Tschechien 131, Frankreich 129, Belgien 90, die Niederlande 89, Ungarn 53. Deutschland hingegen steht mit 13,4 viel besser da als Österreich. Gesundheitsminister Anschober wies neuerlich auf die Möglichkeit hin, in Regionen mit erhöhtem Risiko punktgenau Zusatzmaßnahmen zu setzen. "Mein Appell geht an die betroffenen Bezirkshauptleute und Länder, diese neue Möglichkeit mutig zu nützen."

Tendenziell erfreulich ist auch die Entwicklung in Wien. In dieser Woche wurden 1998 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet, wie der medizinische Krisenstab der Stadt am Sonntag mitteilte. Das sind um 14,6 Prozent weniger als in der Vorwoche. Bis dato wurden in Wien 15.142 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. 10.437 Personen sind wieder gesund. 244 Menschen sind verstorben. Die durchschnittliche Positivrate bei den Testungen ist von 6,02 Prozent in der vergangenen Woche auf 5,71 Prozent in dieser Woche gesunken, hieß es. Seit Beginn der Pandemie wurden allein in Wien 437.463 Coronatests durchgeführt. Unterdessen reißt die Kritik an langen Wartezeiten bei der Hotline 1450 nicht ab.

Die Polizei führte am Wochenende in ganz Österreich eine "Aktion scharf" in Lokalen durch: Wie berichtet hatte das Innenministerium null Toleranz beim Überschreiten der Sperrstunden angekündigt. In der Nacht auf Sonntag fanden insgesamt 3102 Kontrollen bei Schwerpunktaktionen statt. "Wer sich nicht an die Vorgaben hält, muss jederzeit mit Konsequenzen rechnen. Jeder hat es selbst in der Hand, durch Eigenverantwortung zur Verringerung der Infektionszahlen beizutragen", betonte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP).

Im Großen und Ganzen habe die Einhaltung der Sperrstunden gut funktioniert. Im Zuge der Kontrollen habe es 90 Anzeigen gegeben, davon 62 in Wien (drei in Salzburg), erklärte der Ressortchef, der weitere Überprüfungen für die nächsten Tage ankündigte.

Das Robert-Koch-Institut in Deutschland hat zuletzt die Bundesländer Wien, Tirol und Vorarlberg als Coronarisikogebiete eingestuft und eine entsprechende Reisewarnung ausgesprochen. In Deutschland erfolgt die Einstufung als Risikogebiet, wenn die Zahl der Coronaneuinfektionen die Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt.

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