Österreich

Coronavirus - Bergrettung bereit für Einsätze mit Schutzausrüstung

Mit 1. Mai soll es einen Neustart im Breitensport geben. Der Appell der Österreichischen Bergrettung, Risiken zu minimieren, bleibt weiter aufrecht. Die Bergretter sind gerüstet für Einsätze mit Schutzausrüstung. Sportler sollen ihre Touren aber "mit Maß und Ziel" absolvieren und sich während der Pandemie "ein bissl einschränken", rät Stefan Hochstaffl, Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienst (ÖBRD).

Symbolbild. SN/APA (Symbolbild)/BARBARA GINDL
Symbolbild.

Unfälle auf den Bergen gehören nun mal zum "normalen Alltag", betonte die Bergrettung Tirol auch bereits auf ihrer Facebook-Seite. "Ich würde empfehlen, in Zeiten wie diesen nicht unbedingt die schwierigsten und gefährlichsten Touren zu machen", sagte Hochstaffl, der gleichwohl betont, "dass Sport und Berggehen wichtig ist". "Aber ich werde mir jetzt nicht unbedingt eine Nordwand mit 1.800 Höhenmeter aussuchen", so die Warnung des Alpinisten. Von der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus sind die Berge jedoch "der sicherste Ort", sagte Hochstaffl.

Rund 12.900 ehrenamtliche Bergretter gibt es in den sieben Landesorganisationen. Vereinzelt gab es auch unter den Bergrettern bereits Covid-19-Erkrankte. "Das war bisher aber kein Problem, wir haben ausreichende Mannstärke", sagte Hochstaffl. "Wir sind über den Bundesverband mit allen Landesorganisationen gut abgestimmt, schauen auch, dass alle am gleichen Stand der Hygienevorschriften sind", sagte der Bergretter. "Alle Ortsstellen sind gut mit Schutzmasken, Handschuhen und Desinfektionsmittel gerüstet", betonte er. Bergungen können sich derzeit jedenfalls aufwendiger gestalten, sagte der Bergretter.

In den einzelnen Ortsstellen werden Teams gebildet. "Dann fallen nicht alle aus, falls einer krank oder infiziert ist", erläuterte der ÖBRD-Präsident. "Das ist organisatorisch möglich, wir sprechen uns einfach vorher ab." Bei Hubschrauberbergungen werden Masken und Handschuhe schon vor dem Einsteigen getragen, zumeist haben die Bergretter ohnedies Brillen auf. Müssen sie zu Fuß aufsteigen, ist dies mit Maske "eher schwierig". "Bevor wir zum Patienten hingehen, setzten wir hier die Maske auf und ziehen die Handschuhe an", erklärte Hochstaffl.

Wie aus der Alpinunfallstatistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit hervorgeht, starben im Vorjahr 304 Menschen in Österreichs Bergen. Der Großteil stammte aus Österreich, 85 waren aus Deutschland. Die Bergrettung absolvierte 2019 knapp 9.000 Einsätzen. Bleiben die Grenzen in der Wandersaison dicht, "werden wir eine radikalen Rückgang an Einsätzen haben", sagte Hochstaffl.

Unklar ist noch, wie es heuer mit Übernachtungen auf dem Berg aussehen wird. Wanderungen von Hütte zu Hütte verzeichneten in den vergangenen Jahren einen konstanten Zuwachs. "Wenn das heuer nicht gewährleistet ist und man nicht übernachten darf, wird es schwer werden", sagte Hochstaffl. Viele Bergsportler werden dann auf Zelte und Biwak zurückgreifen, "im Gebirge wird dann alles aufwendiger", betonte der ÖBRD-Präsident. Wie sich das auf die Einsätze der Bergrettung auswirken kann, könne noch nicht abgeschätzt werden.

Quelle: APA

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