Österreich

Coronavirus: Bisher mehr als 350 Personen in häuslicher Quarantäne

Rund 4000 Anrufe pro Tag bei den Hotlines. Bereits 2000 Tests durchgeführt. In Österreich sind bis Montagvormittag 16 Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden. Serienreife für Schnelltests wird in etwa zwei Wochen erwartet.

Die beiden managen den Kampf gegen das Coronavirus in Österreich: Brigitte Zarfl vom Gesundheitsministerium und Franz Lang, der stellvertretende Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit. SN/apa
Die beiden managen den Kampf gegen das Coronavirus in Österreich: Brigitte Zarfl vom Gesundheitsministerium und Franz Lang, der stellvertretende Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit.

16 bestätigte Infektionen, mehr als 350 behördlich angeordnete Heimquarantänen, 4000 Anrufe täglich bei den beiden Telefonhotlines und rund 2000 durchgeführte Tests - diese Zahlen beschreiben die aktuelle Ausbreitung des Coronavirus in Österreich mit Stand vom Montagvormittag. Nach Angaben des stellvertretenden Direktors für die öffentliche Sicherheit, Franz Lang, funktionieren die kommunalen Versorgungsstrukturen - von der ärztlichen Kontrolle bis zur Belieferung mit Nahrungsmitteln - reibungslos.

"Wir haben noch keinen Todesfall, und bei den infizierten Personen gibt es überwiegend leichte Krankheitsverläufe", berichtete Brigitte Zarfl, Spitzenbeamtin im Gesundheitsministerium, die am Montag gemeinsam mit Lang im Innenministerium vor die Presse trat. Schwer erkrankt sei jener 72-jährige Patient, der in der Vorwoche ins Kaiser-Franz-Josef-Spital verlegt worden war. Davor war der Mann zehn Tage in der Rudolfsstiftung mit Grippesymptomen behandelt worden. Über die Reisetätigkeit des 72-Jährigen herrscht nach wie vor Unklarheit. Eine Befragung sei noch nicht möglich gewesen, da der Mann künstlich beatmet werde.

Zarfl betonte, es seien bis dato rund 2000 Test durchgeführt worden. "Es dauert im Moment rund vier Stunden effektive Laborzeit, bis ein Ergebnis vorliegt." An wesentlich schnelleren Test werde gearbeitet. "Wir rechnen mit der Serienreife in zwei Wochen. Dann sind Ergebnisse innerhalb einer Stunde und noch weniger möglich", erklärte Zarfl. Es könne durchaus auch vorkommen, dass eine Person ein zweites Mal getestet werden müsse, wenn nach dem ersten Mal kein eindeutiges Resultat vorliege.

Was die "behördliche Absonderung", also die Heimquarantäne betrifft, so sprach Franz Lang von aktuell mehr als 350 Personen - Tendenz natürlich stetig steigend. "Es haben sich bis jetzt alle Betroffenen sehr, sehr kooperativ gezeigt", hob Lang hervor. Sollte jemand die behördlichen Vorgaben, die Wohnung nicht zu verlassen, nicht einhalten, gebe es durchaus Maßnahmen. "Das reicht von Abmahnungen bis hin zur bewachten Quarantäne."

Lang wies auf ein Gespräch mit allen Geschäftsführern von Unternehmen hin, die in den Bereich der kritischen Infrastruktur fallen - also die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser, Energie, Gesundheit, Geld und Telekommunikation. Das Gespräch sollte am Montagnachmittag über die Bühne gehen. Darin werde die "Durchhaltefähigkeit für die nächsten Monate und Jahre" besprochen, sagte Lang. In puncto Veranstaltungen werde laut dem stellvertretenden Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit vorerst alles so bleiben wie bisher. "Unsere Strategie war und ist: Veranstaltungen sollen abgehalten werden - und das mit den unterschiedlichsten Auflagen."

Aufgerufen am 29.11.2021 um 04:53 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/coronavirus-bisher-mehr-als-350-personen-in-haeuslicher-quarantaene-84263956

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