Österreich

Coronavirus - Regierung appelliert an die Solidarität der Österreicher

Für die Schulen werden "Maßnahmen" angekündigt. Vorher wird aber noch mit den Landeshauptleuten und den Spitzen der Sozialpartnerschaft gesprochen.

Die Bundesregierung ist voll und ganz mit dem Corona-Krisenmanagement beschäftigt. Nachdem bereits am Dienstag drastische Maßnahmen beschlossen worden waren, ging es auch am Mittwoch nur um das eine Thema: Die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) appellierte nach der Ministerratssitzung eindringlich an die Bevölkerung: "Verharmlosen wir die Situation nicht. Wenn wir die Entwicklung der Fälle ansehen, merken wir, dass es dringend notwendig ist, dass sich diese Kurve abflacht. Es ist notwendig, dass der volle Ausbruch des Coronavirus nicht mit der Grippewelle zusammenfällt."

Sein Corona-Terminplan an diesem Mittwoch ist äußerst dicht: Ministerratssitzung, danach Video-Konferenz mit den Landeshauptleuten, nachmittags Gipfelgespräch mit den Spitzen der Sozialpartnerschaft, am Abend dann Zusammenkunft des Nationalen Sicherheitsrats, um auch die Opposition einzubinden.

An den Schulen wird es Maßnahmen geben müssen

Kurz stellte klar, dass es an den Schulen "Maßnahmen wird geben müssen". Erst wolle man darüber aber mit den Landeshauptleuten und den Sozialpartnern beraten. Danach, am Nachmittag, soll eine Entscheidung mitgeteilt werden. Man wolle eine "ausgewogene und gute Lösung". Im Raum stand bereits am Vormittag eine stufenweise Schulschließung: Erst die Oberstufen, dann, wenn notwendig, die Unterstufen, die Volksschulen, die Kindergärten.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hofft, dass die Grippewelle bis Anfang April abgeflaut ist. Dadurch würden in den Spitälern Kapazitäten frei. Auch er appellierte an die Bevölkerung: "In Wirklichkeit geht's um Solidarität." Die Infektionskette müsse reduziert werden, um insbesondere ältere Menschen und andere Risikogruppen zu schützen. "Ein Viertel weniger Sozialkontakte und die Infektionsgefahr sinkt um die Hälfte", sagte der Minister.

Auf den Weg gebracht hat die Regierung in ihrer Sitzung u.a. die vergangenen Freitag angekündigten Haftungsübernahmen für bis zu 100 Millionen Euro an Krediten für Hotels, die unter den Folgen des Coronavirus stark leiden. Betriebe, so hieß es, könnten ab Mittwochnachmittag um diese Unterstützung ansuchen.

Aufgerufen am 09.12.2021 um 04:05 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/coronavirus-regierung-appelliert-an-die-solidaritaet-der-oesterreicher-84684550

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