Österreich

Der Hüter der vergessenen Stadt

Marcello La Speranza erforscht Wien auf ganz besondere Weise. Als "Urbexer" liefert er sich ein Wettrennen mit dem Verfall. Dass er es nicht gewinnen kann, stört ihn nicht. Ganz im Gegenteil.

Marcello La Speranza in einem Keller vor einem Filmplakat aus den 1950er-Jahren. SN/tröscher
Marcello La Speranza in einem Keller vor einem Filmplakat aus den 1950er-Jahren.

Versucht man, mit Marcello La Speranza über Vergänglichkeit zu philosophieren, lächelt er verbindlich. Es soll heißen: Vielen Dank, sehr nett, aber leider habe ich für so etwas keine Zeit. Hatte er nie und wird er auch nie haben. Denn La Speranza liefert sich mit ihr einen atemraubenden Wettlauf. Und obwohl er genau weiß, dass er das Rennen nicht gewinnen kann, strotzt dieser kleine, hagere Mann vor Energie und Begeisterung, wenn es ihm wieder einmal gelingt, Verfall, Verschwinden und Vergessen ein Schnippchen zu schlagen. Der 53-Jährige ist ein Urbexer. In Langform: Urban Explorer. Also jemand, der die Stadt erkundet, erforscht und neu entdeckt. Jedoch nicht die in den Reiseführern aufgelisteten Sehenswürdigkeiten. Es sind Fabriksruinen, Bunker, Abrissbauten, Kanal- und Kellersysteme, die ihn magisch anziehen. La Speranza war schon Urbexer, als dieser Begriff noch nicht existierte. Er ist sozusagen der Vater aller Urbexer. Sein Freiluftlabor ist 415 Quadratkilometer groß, schier unerschöpflich und heißt Wien.

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Aufgerufen am 17.07.2018 um 11:17 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/der-hueter-der-vergessenen-stadt-22417054