Österreich

Der Sommer bleibt weiter unbeständig

Das derzeitige Wetterbild erinnert an die Sommer der 1980er- und 90er-Jahre. Ein Widerspruch zum Klimawandel ist das kühlere Wetter nicht.

Heiße Tage mit Temperaturen von über 30 Grad bleiben in diesem Sommer die Ausnahme. SN/stefanie schenker
Heiße Tage mit Temperaturen von über 30 Grad bleiben in diesem Sommer die Ausnahme.

Nicht nur aufgrund der Coronakrise hält sich der Andrang an die Salzburger Seen und in die Freibäder in diesem Sommer bislang in Grenzen. Auf heiße Sommertage mit Temperaturen jenseits von 30 Grad warten die Salzburgerinnen und Salzburger bislang vergeblich. Der Sommer 2020 zeichnet sich durch seine Unbeständigkeit aus.

"Bis zum 20. Juli war es unterdurchschnittlich warm. Schön langsam sollte es etwas wärmer werden, wir müssen aber immer wieder mit kurzen Schauern rechnen", erklärt Bernhard Niedermoser, Leiter der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Salzburg und Oberösterreich. In der kommenden Woche nähern sich laut Niedermoser die Temperaturen der 30-Grad-Marke an, die große Hitze bleibt aber aus. "Wir dürfen davon ausgehen, dass es im August wärmer wird als im Juli. 35-Grad-Phasen wie in den vergangenen Jahren sind aber nicht zu erwarten", meint Niedermoser.

Kein Widerspruch zum Klimawandel

Für das unbeständige Wetter in diesem Sommer sind laut ZAMG zwei Wetterlagen maßgeblich verantwortlich. Zum einen bringt der Weststrom kühlere Atlantikluft nach West- und Mitteleuropa. Zum anderen sorgen sogenannte Kaltlufttropfen in höheren Schichten für Quellbewölkung mit Schauern und Gewittern. Darüber hinaus kommt in diesem Sommer keine subtropische Warmluft nach Österreich. Das wird vor allem die österreichischen Landwirte freuen, die in den vergangenen Jahren immer wieder mit langen Trockenheitsperioden zu kämpfen hatten.

"Es ist kein Widerspruch zum Klimawandel, dass der Sommer in diesem Jahr bei uns nicht so heiß ist. Insgesamt ist es auf der nördlichen Hemisphäre trotzdem deutlich wärmer als in der Vergangenheit. Die subtropische Warmluft hält sich heuer aber größtenteils in Sibirien auf", sagt Niedermoser, der das Wetter in diesem Jahr für eine Ausnahme hält: "Das Wetterbild in diesem Jahr erinnert eher an die Sommer der 1980er- und 90er-Jahre." In zukünftigen Sommern erwartet die ZAMG wieder das "italienische Wetter" der vergangenen Jahre.

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