Österreich

Die Königin der Luft(ballon)schlösser

Sabina Kellner
aus Purkersdorf
ist mittlerweile weltbekannt für
ihre Kreationen aus Luftballonen. Für sie selbst ist jedes Projekt ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang.

Montag früh in einem Einkaufszentrum in Wien-Simmering, irgendwo zwischen Alberner Hafen und Stadtgrenze. Gegenüber werden Wiens Abwässer geklärt. Noch sind die Reinigungskräfte in der Überzahl. Im Hintergrund knallt es. Immer wieder. Zu leise für Pistolenschüsse. Zu laut, um es zu ignorieren. Neben einem Frühstückscafé, wo sich die Belegschaft den Schlaf aus den Augen reibt, läuft Sabina Kellner auf Hochbetriebstemperatur. Mit einer Stecknadel pflügt sie durch eine kunterbunte Landschaft aus Luftballonen. Totenschädel, Gerippe, Bäume mit Gesichtern, Drachenköpfe, Kürbisse und Hexen ragen aus einem begehbaren, rund 50 Quadratmeter großen, bis zu zweieinhalb Meter hohen Zauberschloss, das alles in allem nicht mehr wiegt als ein paar Kilogramm. "Da, nehmen S' auch eine. Geht schneller." In knapp 40 Minuten, wenn sich die Kundschaft durch die Shopping-Mall zu wälzen beginnt und Halloween ein längst vergangenes Ereignis ist, sollten alle 15.000 Luftballone einen Haufen aus Latex-Fetzen bilden. "Schade?" Knall. Knall. "Nein, gar nicht schade!" Knall. "Es entsteht ja wieder was Neues." Knall, knall, knall. Für ausführliche Gespräche mit einer der gefragtesten Luftballonkünstlerinnen eignet sich eher die Zeit nach dem großen Zerplatzen.

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