Österreich

Diverse Verletzungen zum Jahreswechsel durch Böller

Die Silvesterfeierlichkeiten in Österreich haben erwartungsgemäß einige Verletzungsopfer gefordert, vor allem durch Unfälle mit Feuerwerkskörpern. In Vorarlberg verletzte sich ein Mann bei der Explosion eines Böllers in seiner Hand schwer. In Linz forderten Rauchgase in einem Eventkeller zehn Verletzte. In Innsbruck wurden Frauen von fünf bis sechs Männern sexuell belästigt.

Die als "ausländisch aussehend" beschriebenen Männer bedrängten laut Polizei die Opfer aus Deutschland, Rumänien und Italien am Marktplatz wiederholt, wobei sie diese küssten und betatschten. Zu den Übergriffen kam es zwischen 23.30 und 1.30 Uhr. Die Polizei ermittlet.

In Vorarlberg wurden zwei Feiernde durch Feuerwerkskörper verletzt. Laut Polizei explodierte einem 44-Jährigen auf einem Parkplatz eines Gasthauses in Bludenz ein Böller in der Hand. Der Mann erlitt dabei schwere Verletzungen an der Hand und im Genitalbereich. Auf einem Campingplatz in Riefensberg wurde eine 23-Jährige von einer herabfallenden Rakete am Kopf getroffen. Die junge Frau erlitt durch den bereits abgebrannten Feuerwerkskörper eine Rissquetschwunde. Sie wurde im LKH Bregenz ambulant versorgt. Der Verursacher konnte laut Exekutive nicht ermittelt werden.

Auch in Kärnten waren mehrere Verletzte durch Pyrotechnik-Unfälle zu beklagen, außerdem kam es zu tätlichen Auseinandersetzungen. Private Feuerwerke, die wegen der Trockenheit eigentlich weitgehend untersagt gewesen wären, verursachten kleinere Wiesen- und Böschungsbrände. Ein 53-Jähriger aus Spittal erlitt schwere Verletzungen im Gesicht, als eine Rakete nach dem Anzünden sofort explodierte.

In Völkermarkt machte laut Polizei ein 41 Jahre alter Mann kurz vor Mitternacht den Fehler, dass er eine mehrere Jahre alte Batterie mit Feuerwerkskörpern zündete. Eine Rakete explodierte und verletzte den Mann schwer am Kopf. Ein Bekannter löschte die brennende Kleidung des Unfallopfers und leistete Erste Hilfe. Ebenfalls schwer verletzt wurde ein 48-Jähriger Friesacher. Auch ihm detonierte eine Rakete zu früh und erwischte ihn im Gesicht. Alle drei Schwerverletzten wurden von der Rettung ins Klinikum Klagenfurt gebracht.

Verletzte gab es auch in einer Villacher Diskothek. Eine 18-jährige Frau wurde von einem Glas am Kopf getroffen, eine 24-Jährige bekam einen Sessel gegen das Haupt. Beide Verletzten wurden ins Landeskrankenhaus Villach eingeliefert. Täter konnten zunächst keine ausgeforscht werden.

Bei einer großen Silvesterparty in einem Linzer Wein- und Eventkeller sind am Sonntag gegen 1.35 Uhr zehn Personen durch Rauchgase verletzt worden. Bei einer mit Flüssiggas betriebenen Heizkanone war es laut Polizei zu einer Verpuffung gekommen. Die ersten Feuerwehrleute an Ort und Stelle stellten eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration in den Räumen fest und leiteten die Evakuierung ein.

Zu mehr als 230 Einsätzen ist die Berufsfeuerwehr Wien in der vergangenen Dienstschicht ausgerückt. In Favoriten wurden 25 Personen aus einem Gebäude gerettet: Ein Brand war am Balkon einer Wohnung ausgebrochen, es kam zu intensiver Verrauchung. Das Feuer breitete sich aus und drohte auf andere Räumlichkeiten überzugreifen, berichtete die Feuerwehr, die das verhindern konnte.

Ebenfalls in Wien kam es kurz vor dem Jahreswechsel am Ruprechtsplatz in der Innenstadt zu zwei kleinen Explosionen. Laut Zeugenbericht war ein unbeteiligter Passant mit gezogener Pistole auf die Polizisten zugegangen und hatte Leuchtmunition gezielt in deren Richtung abgefeuert. Die Beamten wurden nur knapp verfehlt. Mit Hilfe des Zeugen wurde der 20-jährige Mann im Getümmel ausgemacht und festgenommen. Insgesamt fiel die Bilanz der Polizei für eine Großstadt wie Wien positiv aus. "Nichts außerhalb der Norm", fasste ein Sprecher die Geschehnisse zusammen.

In Salzburg lösten Silvesterraketen oder Feuerwerkskörper auf der Gaisbergspitze ein Flächenfeuer aus. Rund 500 Quadratmeter Wiese und Wurzelstöcke gerieten kurz vor Mitternacht beim Startplatz für Drachenflieger- und Paragleiter auf 1.260 Meter Höhe in Brand. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich im Gipfelbereich knapp 1.000 Personen auf. Verletzt wurde niemand.

Auch in der Steiermark hat es im Zuge der Silvesterfeierlichkeiten Verletzte durch Böller-Unfälle gegeben. Ein Jugendlicher nahm gegen 21.00 Uhr auf einer Party in Feldbach (Bezirk Südoststeiermark) einen nicht explodierten Böller wieder in die Hand, um ihn nochmals anzuzünden. Laut Polizei detonierte er dann doch und verletzte die Hand des 16-Jährigen schwer.

In Mariazell (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) erwischte es einen 46-jährigen Steirer. Kurz nach Mitternacht zündete er eine Feuerwerksbatterie, ohne Verzögerung gab es eine Explosion. Der Mann wurde am Kopf getroffen. Nach der Erstversorgung durch den Notarzt mussten beide Verletzten in einem Krankenhaus versorgt werden.

Die niederösterreichischen Rettungsdienste mussten in der Silvesternacht zu elf Einsätzen nach Unfällen mit Böllern und Raketen ausrücken, und damit um vier weniger als im Vorjahr. Von 19.00 bis 6.00 Uhr wurden 320 Notfalleinsätze absolviert. Damit sei Silvester 2016 einer der einsatzreichsten der vergangenen Jahre gewesen, zog "144 Notruf NÖ" Bilanz.

Die Silvesternacht ist in Tirol nach vorläufiger Bilanz weitgehend ruhig verlaufen. Die Leitstelle fertigte von 19.00 bis 5.00 Uhr 423 Dispositionen von Blaulichtorganisationen ab. Damit wurden im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent weniger Einsätze verzeichnet. Auch im Burgenland verlief der Jahreswechsel größtenteils gesittet und unfallfrei. Die Rettungsdienste mussten zu keinem Unfall mit Raketen oder Böllern ausrücken. Lediglich Stürze und übermäßiger Alkoholkonsum waren Gründe für "vereinzelte" Einsätze.

(APA)

Aufgerufen am 12.12.2017 um 03:31 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/diverse-verletzungen-zum-jahreswechsel-durch-boeller-566152

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