Österreich

"Don't smoke" - 474.149 Österreicher haben unterzeichnet

Exakt 474.149 Österreicher haben bis Montagvormittag, 10.45 Uhr, eine Unterstützungserklärung für die Einleitung des "Don't smoke"-Volksbegehrens abgegeben. Damit unterzeichneten am Wochenende rund 10.000 Menschen via Handysignatur/Bürgerkarte. Knapp ein Monat, bis 4. April, wollen die Organisatoren noch Unterschriften sammeln, bevor die Einleitung beantragt wird.

Bis zum 4. April kann noch unterschrieben werden SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Bis zum 4. April kann noch unterschrieben werden

Der Koalitionsantrag zur Änderung des Tabak- und Nichtraucherschutzgesetzes, mit dem das Rauchverbot in der Gastronomie aufgehoben werden soll, wird am Dienstag im parlamentarischen Gesundheitsausschuss einem öffentlichen Hearing unterzogen. Prominenteste Expertin ist dabei die Onkologin Daniela Jahn-Kuch, die Schwester des Journalisten Kurt Kuch, der sich als früherer Raucher danach bis zu seinem Krebstod 2015 für die erste Auflage der "Don't Smoke"-Initiative eingesetzt hat. Die Medizinerin wurde von der Liste Pilz eingeladen.

Auch die SPÖ hat mit dem Krebsspezialisten Christoph Zielinski von der MedUni Wien einen prominenten Mediziner für das Hearing nominiert, wie der "Kurier" bereits am Wochenende berichtete. Für die NEOS kommt der Gesundheitswissenschafter Florian Stigler, der die positiven Auswirkungen einer rauchfreien Gastronomie erforscht hat.

Keine Vertreter aus dem Gesundheitsbereich schicken die beiden Regierungsparteien. Die ÖVP entsendet die Leiterin der Abteilung Jugendpolitik, Zlata Kovacevic. Die FPÖ schickt die Ökonomin Barbara Kolm vom wirtschaftsliberalen Hayek-Institut, die für die Freiheitlichen auch schon mehrfach in das Budgethearing sowie in den ÖBB-Aufsichtsrat entsandt worden ist.

Unterdessen versenden selbst ernannte "Unterstützer der Initiative 'Don't Smoke'" derzeit Drohbriefe an Gastronomen. Sie wollen "sämtliche Gesetzesverstöße ab Mai 2018 zur Anzeige bringen", "notfalls auch wiederholend". Die Wiener Ärztekammer und die Österreichische Krebshilfe distanzieren sich von den Schreiben. Der Inhalt habe nichts mit dem "positiven Geist des Volksbegehrens" zu tun.

Die unbekannte Gruppe schreibt Gastronomen an, die laut Absender gegen den bestehenden Nichtraucherschutz verstoßen würden. Die Lokalbetreiber werden aufgefordert, dies zu korrigieren, ansonsten werde man die Verstöße anzeigen. Der Brief schließt mit der Aufforderung, das Lokal mit 1. Mai 2018 rauchfrei zu führen.

"Das Schreiben entspricht in keinster Weise unseren Intentionen", verurteilen Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres und der Präsident der Österreichischen Krebshilfe, Paul Sevelda, den vermeintlichen Unterstützungsbrief. "Wir wollen mit unserem Volksbegehren die Menschen zu einem Umdenken bewegen." Das schließe persönliche Drohungen "von vornherein aus".

Tabaksteuer soll nicht mehr automatisch steigen

(APA)

Aufgerufen am 24.06.2018 um 06:33 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/don-t-smoke-474-149-oesterreicher-haben-unterzeichnet-25007644

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