Österreich

Ecstasy verkauft: Mutter und Sohn in Klagenfurt verurteilt

Wegen Drogenhandels sind am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt ein 29-jähriger Kärntner und seine Mutter verurteilt worden. Der Mann bekam zwei Jahre Haft, soll aber eine ambulante Therapie machen, anstatt die Strafe abzusitzen. Er hatte für seine Deals auch die 70-Jährige eingespannt, die unter anderem Ecstasy-Tabletten verpackte und deponierte. Sie bekam zehn Monate bedingt.

Die Mutter verpackte die Tabletten, die der Sohn verkaufte SN/APA (dpa/Symbolbild)/Boris Roess
Die Mutter verpackte die Tabletten, die der Sohn verkaufte

Den beiden und einem dritten Komplizen, wurde von Staatsanwältin Daniela Zupanc der Verkauf mehrerer Tausend Stück Ecstasy-Tabletten vorgeworfen. Die angeklagten Männer hatten sie im Internet bestellt und über ein Netz von weiteren Dealern gewinnbringend vertrieben. Auch die Schwestern des 29-Jährigen halfen mit. Das Verfahren gegen sie wurde aber eingestellt.

Vor Gericht verwies der Verteidiger des 29-Jährigen auf ein psychiatrisches Gutachten, demzufolge sein Mandant an Suchtgift gewöhnt sei und eine Therapie helfen würde. Der Angeklagte selbst erzählte, dass er beim Absitzen einer früheren Strafhaft in die falschen Kreise geraten sei. In der Justizanstalt habe man dann gemeinsam Cannabis und andere Drogen konsumiert. Außerdem habe er sich auch noch in eine Rumänin verliebt und ihr viel von seinen Gewinnen geschickt, um sie zu unterstützen. Die Frau habe ihn ausgenutzt. Laut Staatsanwältin begannen die Drogengeschäfte des 29-Jährigen direkt nach seiner Entlassung aus der Strafhaft. Der Angeklagte und seine Mutter nahmen das Urteil von Richterin Michaela Sanin an. Auch die Staatsanwältin war damit einverstanden. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

Der dritte Angeklagte, ein 36-jähriger Kärntner, ist ebenfalls des Handels mit Ecstasy schuldig gesprochen worden. Er war nicht geständig, sein am Vormittag bereits abgeurteilter Komplize hatte ihn aber schwer belastet. Richterin Michaela Sanin verurteilte ihn zu 15 Monaten bedingter Haft. Er erbat sich drei Tage Bedenkzeit. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

Der 36-Jährige soll seinem 29-Jährigen Komplizen Geld zum Ankauf der Drogen im Internet gegeben haben. Staatsanwältin Daniela Zupanc sah die Schuld des Angeklagten auch durch vorliegende Protokolle einer Telefonüberwachung als eindeutig bewiesen an. Der Verteidiger erklärte, sein Mandant habe dem 29-Jährigen Geld geliehen ohne zu wissen, wofür es bestimmt war, und forderte einen Freispruch im Zweifel.

Er wurde dennoch als Bestimmungstäter verurteilt, auch wegen der Überwachungsprotokolle. Richterin Sanin glaubte dem Angeklagten nicht. "Das, was Sie da erzählen, das passt einfach nicht zusammen." Weil der Familienvater aber noch unbescholten war, wurde die Strafe nur bedingt ausgesprochen.

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