Österreich

Ein Hauch von Herbstwetter liegt in der Luft

Die große Hitze ist abgezogen. Der Sommer war dieses Jahr warm und vor allem feucht. Der offizielle Herbstbeginn hat mit Astronomie zu tun.

Ein Mann geht mit Regenschirm bei herbstlich-regnerischem Wetter in Alpbach. SN/APA/BARBARA GINDL
Ein Mann geht mit Regenschirm bei herbstlich-regnerischem Wetter in Alpbach.

Tief hängende Wolken, malerischer Nebel über der Festung und Touristen, die in Sommerschuhen und Plastiküberwürfen dem Regen trotzen: So zeigte sich Salzburg am Sonntag. Für Montag soll das Wetter laut den Meteorologen so ausschauen: Zunächst bringt nur im Bergland stärkere Bewölkung ein wenig Regen oder kurze Schauer. Später wird es im Westen allgemein unbeständiger. Im Süden und Südosten verdichten sich die Wolken und ab dem Nachmittag kommt allmählich flächiger Regen auf. Im Norden und Osten ist es hingegen länger sonnig und dazu trocken, später ziehen aber auch hier Wolken auf. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nordwest bis Nordost. Frühtemperaturen 9 bis 17 Grad, Tageshöchsttemperaturen 16 bis 25 Grad mit den höchsten Werten ganz im Osten. Ein wenig lässt das schon den Herbst erahnen.

Noch ist es nicht ganz so weit: Vom offiziellen Herbstanfang spricht man, wenn man den kalendarischen Herbstbeginn meint. Allerdings hält er sich nicht immer streng an den Kalender, sondern richtet sich nach der Position der Erde zur Sonne. Daher ist der Begriff astronomischer Herbstbeginn genauer. Mit dem kalendarischen Herbstanfang am 22. oder 23. September überquert der Zenit der Sonne den Äquator. Tag und Nacht sind an diesem Tag auf der ganzen Erdkugel gleich lang, man spricht auch vom Herbstäquinoktium oder von der Tag-und-Nacht-Gleiche.

Ursache für die Jahreszeiten ist die unterschiedlich schnelle Bewegung der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne. Die Erde umrundet die Sonne in 365 Tagen. Dabei ist die Erdachse zur Umlaufbahn um 23,5 Grad geneigt. Das hat zur Folge, dass sich der Einfallswinkel der Sonnenstrahlung auf die Erdoberfläche im Laufe eines Jahres ändert und der Erdball auf seiner Reise um die Sonne unterschiedlich stark bestrahlt wird. Im Winter treffen die Sonnenstrahlen auf der Nordhalbkugel in einem flacheren Winkel auf als im Sommer. Denn die Sonne steht auf der Nordhalbkugel im Winter tief am Himmel, im Sommer dagegen hoch.

Sommer war warm und feucht

Der meteorologische Sommer 2020 (Juni, Juli, August) brachte laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik eher wechselhaftes Wetter und keine langen Hitzewellen. Er verlief aber deutlich wärmer als der Großteil der Sommer seit dem Messbeginn in Österreich im Jahr 1767. "Der Sommer 2020 war wärmer als 95 Prozent aller Sommer in der 254-jährigen Messgeschichte", sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), "2020 reiht sich in der Liste der wärmsten Sommer der Messgeschichte im Tiefland auf Platz 14 und auf den Bergen auf Platz 13 ein."

Der Sommer 2020 bestätigte den Trend zu einem immer wärmeren Klima in Österreich. 12 der 15 wärmsten Sommer der 254-jährigen Messgeschichte waren in den letzten 30 Jahren.
Berücksichtigt man die Prognosen für die letzten Augusttage liegt der Sommer 2020 im Tiefland Österreichs um 0,2 Grad über dem Mittel der letzten 30 Jahre (1991-2020), um 0,9 Grad über einem durchschnittlichen Sommer in der Klimaperiode 1981 bis 2010 und um 2,0 Grad über dem Mittel des Zeitraums 1961 bis 1990.
Hitzetage unter dem Vorjahr aber über dem Durchschnitt
"Ein Grund, warum viele Menschen den Sommer 2020 als nicht besonders warm empfanden, ist wahrscheinlich, dass die drei letzten Sommer - 2017, 2018 und 2019 - extrem heiß verliefen", sagt ZAMG-Klimatologe Orlik. "Den Unterschied zwischen heuer und dem Vorjahr und dem vieljährigen Durchschnitt sieht man gut an der Zahl der heißen Tage: Der Sommer 2019 brachte zum Beispiel an der Wetterstation Wien Hohe Warte 37 Tage mit mindestens 30 Grad. 2020 sind es in der vorläufigen Auswertung 20 heiße Tage. In einem durchschnittlichen Sommer im Zeitraum 1991-2020 sind hier 20 Tage mit mindestens 30 Grad zu erwarten. Im Zeitraum 1961-1990 gab es in einem durchschnittlichen Sommer nur 9 heiße Tage."

Ein weiterer Grund, warum der Sommer 2020 im subjektiven Empfinden zum Teil als "nicht so besonders gut" empfunden wurde, war auch, dass es regelmäßig geregnet hat. Im Unterschied zu den sehr trockenen Sommern 2019 und 2018 gab es heuer in der österreichweiten Auswertung um 25 Prozent mehr Regen als im vieljährigen Mittel.

Quelle: SN

Aufgerufen am 02.12.2020 um 06:52 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/ein-hauch-von-herbstwetter-liegt-in-der-luft-92161078

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